Markus Bauer (hier im gespräch mit einem Patienten) ist Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie. Er gibt Tipps zur Früherkennung und Krebsprävention. Foto: Helios

Markus Bauer (hier im gespräch mit einem Patienten) ist Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie. Er gibt Tipps zur Früherkennung und Krebsprävention. Foto: Helios

Nienburg 05.02.2021 Von Die Harke

Prävention ist das A und O

Helios-Chefs geben zum Weltkrebstag Tipps zur Früherkennung

Am Donnerstag, 4. Februar, war Weltkrebstag. Die Chefärzte der Inneren Medizin, der Urologie und der Gynäkologie der Helios-Kliniken Mittelweser klären auf, was die wichtigsten Faktoren in der Früherkennung und Krebsprävention sind.

Markus Bauer ist Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie. Häufig diagnostiziert er bei Frauen als auch bei Männern Darmkrebs. „Darmkrebs ist eine stille Krankheit, bei der es in den meisten Fällen keine Warnzeichen gibt. Er entsteht aus Vorstufen, den sogenannten Polypen. Diese sind lange gutartig und können sich über die Jahre hinweg zu Krebs entwickeln. In unseren endoskopischen Untersuchungen können wir diese Polypen erkennen und direkt entfernen.“

Die Früherkennung ist deshalb eine der wichtigsten Waffen gegen den Krebs, die unbedingt wahrgenommen werden sollte. Sowohl Frauen als auch Männer im Alter von 50 bis 54 Jahren können jährlich einen immunologischen Stuhltest durchführen lassen. Männer ab 50 Jahren und Frauen ab 55 Jahren haben alternativ zu diesem Test auch Anspruch auf zwei Früherkennungskoloskopien bei einem niedergelassenen Gastroenterologen im Mindestabstand von zehn Jahren.

Durch regelmäßige Konsultationen in den gynäkologischen Praxen kann man sich gegen viele mögliche Krebserkrankungen schützen oder sie so früh behandeln, dass man nicht mehr daran sterben muss.

Dr. Mathias Uhlig, Chefarzt

Wird das Angebot erst ab dem 65. Lebensjahr in Anspruch genommen, haben sie Anspruch auf nur eine Früherkennungskoloskopie. Im Bereich der Frauenheilkunde beginnen viele Vorsorgeuntersuchungen deutlich früher. Chefarzt Dr. Mathias Uhlig weist vor allem auf drei Bereiche hin.

„Jährliche Vorsorgeuntersuchungen im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane wie beispielsweise der Krebsvorsorge-Abstrich werden ab einem Alter von 20 Jahren angeboten. Wenn man als Jugendliche gegen HPV (humane Papilloma Viren) geimpft wurde, senkt man das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, sehr deutlich.“

Krankenkasse übernimmt Vorsorgebehandlungen

Wenn vaginale Blutungen nach den Wechseljahren auftreten, kann es ratsam sein, diese durch einen ambulanten operativen Eingriff abklären zu lassen, um ein Corpuscarcinom auszuschließen. Bei der Brust wird das jährliche Abtasten ab einem Alter von 30 Jahren von der Krankenkasse übernommen.

„Der beste Schutz ist jedoch das regelmäßige Abtasten der eigenen Brust. Beratung und Informationsmaterial bietet hier auch der Frauenarzt oder die Frauenärztin. Wird ein Knoten entdeckt, sollte die Frau dies sofort überprüfen lassen“, rät Uhlig.

Zusätzlich haben Frauen im Alter von 50 bis 70 Jahren die Möglichkeit, im Abstand von zwei Jahren die Mammografie durch eine zertifizierte Screening-Stelle wahrzunehmen. Für werdende Mütter ist ebenfalls wichtig zu wissen, dass das Stillen vor Brustkrebs schützen kann.

„Durch regelmäßige Konsultationen in den gynäkologischen Praxen kann man sich heutzutage gegen viele mögliche Krebserkrankungen schützen oder sie so früh behandeln, dass man nicht mehr daran sterben muss“, betont Uhlig. Für Männer ab einem Alter von 45 Jahren wird eine jährliche Prostatakrebsvorsorge angeboten. „Das Prostatakarzinom ist eine Erkrankung, die typischerweise bei älteren Patienten auftritt“, erläutert Dr. Ralf Kühnert, Chefarzt der Urologie.

Jeder Einzelne kann für sich etwas tun

Es zählt zu den am häufigsten diagnostizierten bösartigen Tumoren bei Männern und ist die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. „Bei frühzeitiger Diagnose hat der Prostatakrebs gute Heilungschancen“, betont Kühnert. Die Untersuchung beinhaltet die Untersuchung der Genitalien wie eine Fingeruntersuchung der Prostata und das Abtasten der Leistenlymphknoten.

Es gibt auch die Hautkrebsvorsorge, die für Frauen und Männer ab einem Alter von 35 Jahren angeboten wird. Doch neben den Vorsorgeuntersuchungen ist Prävention das A & O.

Hier kann jeder Einzelne etwas tun. „Gesunde Ernährung und Bewegung, ein Verzicht auf Zigaretten und ein nur moderater Alkoholkonsum sowie ein guter Sonnenschutz sind Punkte, die jeder einhalten kann“, betont er.

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Erstellt:
5. Februar 2021, 13:11 Uhr
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