Landkreis 17.10.2018 Von Die Harke

Problem: unentdeckte Infektionen

Landkreis bietet kostenlose HIV-Testungen an

Der Verein Deutsche AIDS-Hilfe hat im vergangenen Jahr eine Kampagne für frühzeitige HIV-Therapien gestartet. Ziel ist es, dass ab 2020 niemand mehr an der Immunschwäche erkrankt. Das möchte das Gesundheitsamt des Landkreises unterstützen und bietet weiterhin kostenfreie HIV-Testungen an. Diese können im Gesundheitsamt in Nienburg zu den üblichen Sprechzeiten wahrgenommen werden. Das teilt die Kreisverwaltung mit. „AIDS – das ist doch eine Krankheit aus den 1980er-Jahren, damit steckt sich heute kaum noch jemand an.“ So oder ähnlich dürften hierzulande viele Menschen denken, heißt es in einer Pressemitteilung. Doch tatsächlich sei die Zahl der Neuansteckungen mit etwa 3400 Fällen pro Jahr in Deutschland nach wie vor konstant hoch. „Dabei bilden vor allem unentdeckte HIV-Infektionen ein Problem.

Die Deutsche AIDS-Gesellschaft geht davon aus, dass rund 30 Prozent aller Menschen mit HIV in Deutschland noch nicht diagnostiziert sind.“

Dr. Torsten Vogel, Leiter des Gesundheitsamtes, sagt: „Deswegen ist es ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge, Menschen zu motivieren, sich testen zu lassen.“

Ohne Test gelinge es meistens nicht, eine HIV-Infektion frühzeitig zu erkennen. In der Akutphase der Infektion, etwa zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung, könnten unspezifische Symptome wie Fieber und Gelenkschmerzen auftreten. „Diese verlaufen jedoch oft milde, viele Betroffene bemerken gar keine Beschwerden. Die Viren können über Jahre im Körper ruhen, ohne Auswirkungen zu zeigen.“

Bei rechtzeitiger Diagnose könnten Betroffene heute lange und gut mit dem humanen Immundefizienz-Virus leben, so der Leiter des Gesundheitsamtes.

Am häufigsten steckten sich nach wie vor Männer an, die mit Männern Sex haben. Die Deutsche AIDS-Gesellschaft geht davon aus, dass homosexuelle Kontakte unter Männern etwa zwei Drittel aller Infektionen ausmachten.

„Rückläufig seien dagegen die Neuinfektionen bei Drogenabhängigen, die sich das Virus über den Gebrauch verunreinigter Spritzenbestecke einfangen“, schreibt der Landkreis. Auf ganz Europa gesehen nehme die HIV-Infektionen sogar wieder zu.

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Erstellt:
17. Oktober 2018, 21:00 Uhr
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