Der CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann traf sich an zwei Terminen mit Hebammen aus dem Landkreis Nienburg und dem Schaumburger Land, um mehr über ihre Berufs-Probleme zu erfahren. Büro Beermann

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann traf sich an zwei Terminen mit Hebammen aus dem Landkreis Nienburg und dem Schaumburger Land, um mehr über ihre Berufs-Probleme zu erfahren. Büro Beermann

Landkreis 18.04.2018 Von Die Harke

Probleme der Hebammen angehen

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann lädt zu Gesprächen ein und informiert sich

Auf Einladung des heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Maik Beermann sind kürzlich Hebammen aus dem Landkreis Nienburg und dem Schaumburger Land zu zwei Terminen in Nienburg und Stadthagen zu Runden Tischen zusammengekommen, um über die aktuellen Probleme des Berufsstandes zu sprechen. „Der Berufsstand, ganz gleich ob als freiberufliche oder angestellte Hebamme, steht vor einer Zerreißprobe“, stellte Beermann in seiner Pressemitteilung fest. Die verantwortungsvolle Tätigkeit der Hebammen in Deutschland sei ein wertvoller gesellschaftlicher Beitrag. „Ihre Zuwendung und ihre Leistungen sind für Schwangere und junge Mütter vor, während und nach der Geburt von besonderer Bedeutung. Daher ist es wichtig, dass die Entscheidung der werdenden Mütter, wo und wie sie entbinden möchten, auch in Rücksprache mit einer vertrauten Hebamme erfolgen kann“, betont Beermann weiter. Die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit Geburtshilfe und Hebammenleistungen sowie eine angemessene Vergütung seien ihm Anliegen.

Der Bundestagsabgeordnete hörte sich die Probleme der insgesamt 15 Hebammen auf beiden Treffen genau an, darunter waren auch eine Auszubildende sowie eine Lehrkraft aus der Hebammenschule Minden.

Es sei deutlich geworden, „dass der Bedarf an Hebammen weiterhin sehr hoch ist und die Hebammen bei aktuell steigenden Geburtenraten nicht über zu wenig Arbeit klagen könnten.“ Abseits des weiterhin bestehenden Problems der zu hohen Haftpflichtversicherungsbeiträge leide der Beruf zunehmend auch an Nachwuchsmangel. „Ich kenne keine Hebamme, die ihren Beruf nicht gerne macht. Aber ich kenne auch nur wenige, die ihren eigenen Kindern diesen Beruf empfehlen würden“, musste Beermann feststellen.

Ich glaube, eine rein zentralisierte akademische Ausbildung täte dem Berufsstand, aber auch dem Ausbildungsangebot in der Fläche nicht gut.

Maik Beermann, CDU-Bundestagsabgeordneter zur geplanten Voll-Akademisierung der Hebammen-Ausbildung

Die Kapazität der Ausbildungsplätze der Hebammenschule Minden reiche nicht aus, um den Bedarf der Region zu decken. Hauptproblem sei hier der demographische Wandel und dass die Bezahlung im Beruf für Freiberufliche teilweise sogar, trotz eines hohen Arbeitspensums, unter der Ausbildungsvergütung liege. Schuld hieran seien zu geringe Abrechnungssätze, die dem Arbeitsaufwand, der Verantwortung und dem Risiko des Berufes nicht gerecht werden würden, welches sich in den hohen Haftpflichtbeiträgen sichtbar niederschlage.

Auf Unverständnis stieß bei Beermann auch die Pflicht der Hebammen trotz Freiberuflichkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sein zu müssen – bei ungewöhnlich hohen Sätzen, die sich nicht mit dem Lohn entwickeln würden. Ebenso waren die mangelnde Personaldecke in den Kliniken und die teilweise berufsfremden Tätigkeiten Thema.

Irritiert mussten Hebammen auch feststellen, dass sie nach der Zusatzausbildung zur Familienhebamme schlechter verdienten als zuvor. „Das erlebt man nicht oft und widerspricht allem, was man bislang aus dem Berufsleben dachte zu kennen“, kommentierte Beermann. Hier jedoch sei nicht die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen gefragt, sondern die Landkreise.

Kopfschmerzen bereite den Hebammen auch die geplante Voll-Akademisierung ihres Berufes. Diese erfolgt nach europäischer Vorgabe und soll später eine höhere Vergütung zur Folge haben. Befürchtet werden jedoch zwei Klassen und das Abwandern junger Hebammen in die Wissenschaft und Forschung.

Zwar gibt es schon heute die Möglichkeit für Hebammen sich zu akademisieren. Eine Voll-Akademisierung würde eine Zentralisierung der Ausbildung auf einige wenige Standorte bedeuten, damit fiele für eine bedeutende Anzahl der Bewerberinnen die Chance auf einen Ausbildungsplatz weg. „Ich glaube, eine rein zentralisierte akademische Ausbildung täte dem Berufsstand, aber auch dem Ausbildungsangebot in der Fläche nicht gut. Wenn wir etwas genauso dringend brauchen wie eine gute Bezahlung, dann den notwendigen Berufsnachwuchs“, so Beermann.

Abschließend heißt es in der Pressemitteilung: „Ob eine Verringerung der Bürokratie, Änderung der Rentenversicherungsregeln, Anpassung der Regelung bei den Krankenkassenbeiträgen oder eine Anpassung der Vergütungssätze, die jedoch auch der Tarifautonomie unterliegen (Deutscher Hebammenverband verhandelt diese mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen): Es gibt politische Handlungsfelder, an denen man ansetzen kann. Ich werde dazu jedenfalls in Berlin die nötigen Gespräche führen und werde den Runden Tisch gerne in Zukunft fortsetzen.“

Zum Artikel

Erstellt:
18. April 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 58sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.