Lemke 17.02.2019 Von Die Harke

„Probleme mit den Wohnungszahlen“

Lemker Firma Schlamann KG beklagt Fachkräftemangel in der Baubranche

Der Wohnungsbau steht vor einer großen Herausforderung. Die von der Bundesregierung geforderte Zahl von 350.000 bis 450.000 pro Jahr zu bauende Wohnungen, könne die Baubranche nicht erfüllen, sagten Andrea Schlamann-Kaminski und Carsten Schlamann von der Schlamann KG im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Maik Beermann (CDU) und dem Landtagsabgeordneten Dr. Frank Schmädeke (CDU). Sie sprachen über das Strategiekonzept der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGFM), das sich wesentlich auf die Herausforderungen im Wohnungsbau fokussiere. „Wir haben Probleme mit den Wohnungs- und Fertigstellungszahlen“, sagte Carsten Schlamann. Die Branche könne zwischen 270.000 bis 280.000 Wohnungen bauen. Das läge nicht am fehlenden Material, sondern am Fachkräftemangel in der Branche und an den gestiegenen Anforderungen und Kosten beim Bauen.

„Durch die ergänzte Bauproduktenverordnung und die starke Baukonjunktur sind die Herstellungskosten so stark gestiegen, dass die Renditen eigentlich nicht mehr ausreichen, um in sozialen Wohnungsbau zu investieren“, machten die Unternehmer deutlich. Das erschwere die Umsetzung der Ziele der Bundesregierung beim Wohnungsbau. Beermann sagte, dass die Bundesregierung bereits einen zusätzlichen Ausschuss gebildet habe, der sich mit dem Themen „Bauen“ auseinandersetze. Zusätzlich mache die Infrastruktur dem Lemker Unternehmen zu schaffen. Um mit zuverlässiger Material- und Baustellenlogistik punkten zu können, bedürfe es einer guten Infrastruktur.

Die Schlamann KG liefere mit täglich ein bis zwei Touren pro Lastwagen im Umkreis von etwa 200 Kilometern ihr Material aus. „Das schaffen wir kaum noch“, sagte Schlamann-Kaminski. Die vielen Baustellen und Sperrungen in der Lieferumgebung trügen erheblich zur Verzögerung bei. Der große Investitionsstau der Infrastrukturmaßnahmen belaste die Unternehmen. Gesprächsbedarf haben die Unternehmer bei der Frage der Standortsicherung. „Um erfolgreich zu sein, müssen wir immer in die Zukunft denken“, sagte Carsten Schlamann. Nur gemeinsam könne der ländliche Raum als erfolgreicher Wirtschaftsstandort weiterentwickeln werden. Unternehmen, die hier produzierten, brauchten Unterstützung, damit sich Standortnachteile nicht negativ auf die Unternehmensentwicklung auswirkten.

Das Unternehmen handele umweltbewusst. Bereits vor mehr als 15 Jahren wurden die ersten werkseigenen Windkraftanlagen in Betrieb genommen, und 2010 folgte eine Photovoltaikanlage. Heute würden durch saubere Energie aus Sonne und Wind etwa zwei Drittel des Gesamtstrombedarfs für den Standort in Lemke erzeugt.

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Erstellt:
17. Februar 2019, 21:00 Uhr
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