In der Nacht zu Donnerstag wurde ein Problemwolf in Löningen geschossen. Foto: Carsten Rehder/dpa

In der Nacht zu Donnerstag wurde ein Problemwolf in Löningen geschossen. Foto: Carsten Rehder/dpa

Löningen 12.02.2021 Von Die Harke

Problemwolf bei Löningen geschossen

Kritik vom Freundeskreis freilebender Wölfe am Abschuss

In der Nacht zu Donnerstag ist ein weiblicher Wolf aus dem Rudel Herzlake in Löningen im Oldenburger Münsterland getötet worden. Das Umweltministerium hatte das Tier als Problemwolf eingestuft. Für das Tier gab es eine Ausnahmegenehmigung für einen Abschuss. Eine solche Abschussgenehmigung gibt es auch für den Rodewalder Rüden.

„In der Nacht zu Donnerstag wurde im Geltungsbereich der Genehmigung ein Wolf getötet. Der Kadaver wird aktuell routinemäßig vom NLWKN geborgen. Eine genetische Untersuchung zur Identifizierung des Wolfs wird eingeleitet“, teilt das Umweltministerium mit. Der Vollzug sei vor Ort von den zuständigen Kreisjägermeistern koordiniert worden. Um die mit dem Vollzug befasste Person vor Übergriffen zu schützen, werde ihre Identität nicht bekannt gegeben.

Kritik kam vom Freundeskreis freilebender Wölfe: „Es handelt sich hier um einen illegalen Abschuss seitens einer staatlichen Stelle, dem Umweltministerium Niedersachsens in Hannover.“

Laut einer Rissliste des NLWKN seien in einem Zeitraum von drei Jahren rund 200 Tiere getötet worden, welche zu 98 Prozent nicht mit dem Mindestschutz der Richtlinie Wolf - also dem Wolf schutzlos ausgeliefert wurden“, argumentiert der Verein. Das Rudel Herzlake sei somit auf den Riss von Nutztieren hin konditioniert worden.

„Dieser Abschuss verstößt gegen sämtliches nationales und europäisches Recht zum Schutz des europäischen Grauwolfs. Dieser Wolf starb ausschließlich als Bauernopfer lobbygesteuerter

SPD-Politik in Niedersachsen. Er ist ein Wahlkampf-Opfer“, heißt es vom Verein.

Die Grünen im Landtag kritisierten den Abschuss ebenfalls als „keinen guten Tag für den Artenschutz“ in Niedersachsen. „Ob die strengen Voraussetzungen für die Tötung eines sogenannten Problemwolfes vorlagen, konnte durch die Geheimniskrämerei des Umweltministeriums nicht vorher gerichtlich überprüft werden“, monierte der Abgeordnete Christian Meyer.

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Erstellt:
12. Februar 2021, 12:00 Uhr
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