Profisport findet weiterhin statt. Foto: PixelboxStockFootage - stock.adobe.com

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Nienburg 09.01.2021 Von Die Harke

Profisport ist das falsche Signal

In dieser Woche haben wir die Quittung für das Weihnachtsfest schriftlich bekommen: Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen ist deutlich gestiegen. Den Zusammenhang zwischen Kontakten an den Feiertagen und Infektionen bestätigt auch die Nienburger Kreisverwaltung. Das aktuelle Infektionsgeschehen zeigt wieder einmal, wie wichtig es ist, die Kontakte auf ein absolutes Minimum zu beschränken.

Bislang akzeptiert die Mehrheit der Menschen die Kontaktbeschränkungen. Doch wie lange noch? Die Anordnung, dass man sich nur noch mit einer nicht aus dem eigenen Haushalt stammenden Person treffen darf, ist eine Zumutung: So darf ein Ehepaar nicht mehr gemeinsam zu Eltern und Schwiegereltern fahren. Enkelkinder dürfen nicht mehr Oma und Opa besuchen – allerdings dürfen die Großeltern weiterhin ihre Enkel betreuen, falls das den Eltern beruflich nicht möglich ist. So wollen es die Verantwortlichen aus der Politik von Bund und Ländern.

Genau diese Verantwortlichen haben jedoch wenig Probleme damit, dass der Profisport weiterläuft: Bundesligafußballer fallen sich nach erzielten Toren jubelnd in die Arme. Sie reisen mannschaftsweise samt Betreuerstab von Bayern nach Nordrhein-Westfalen, von Berlin nach Niedersachsen, von Rheinland-Pfalz nach Hessen – alles Beispiele aus dem aktuellen Bundesligaspieltag – während „normale“ Menschen aus Gebieten mit einem Inzidenzwert über 200 an die 15-Kilometer-Leine genommen werden. So etwas passt nicht zusammen, ist das falsche Signal und könnte dazu führen, dass die Akzeptanz der Schutzmaßnahmen insgesamt schwindet. Deshalb: den gesamten Profisport stoppen, damit auch dem Letzten klar wird, wie ernst die Lage ist.

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Erstellt:
9. Januar 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 46sec

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