Stefan Reckleben

Stefan Reckleben

03.01.2013 Von Stefan Reckleben

Prost

Neujahrsempfänge & Co

Irgendwann in den 2000er Jahren legte die Zahl der Neujahrsempfänge im Landkreis inflationär zu. Da wird in Rat-, Feuerwehr-, Vereins-, Dorfgemeinschafts- und anderen Häusern resümiert, selbstgelobt, zukunftsgeblickt und ausgezeichnet: die Stunde verdienter Ehrenamtlicher. Da staunt das handverlesene Publikum.

Das andere feiert draußen. Zu Feiern gibt es ja immer ‘was. Hauptsache, man kommt ‘raus. Und wenn‘s nur zum Nachbarn oder in den eigenen Keller geht. Auch so eine Inflation. Die nutzt ab, macht müde.

Dann kommen die Tage der Narren. Diesmal verkleidet. Da sind Ostern, Tag der Arbeit, der Tag seliger Väter, Pfingsten, Mauer- und Zaunfêten und der Urlaub ‑ jeder Tag ein Ballermann. Dazwischen liegen Schützen- und weitere Traditionsfeste. Und da wundert sich das handverlesene Publikum, wo denn die von draußen bleiben.

Die lassen sich amüsieren bei Events am Einheitstag, zu Halloween, Reformation, Allerheiligen und Bußtag. Und schon ist‘s Advent. Es weihnachtsfeiern der Sport-, Heimat-, Kegel-, Förder-, Angler-, Wander- und Hausfrauenverein (mit Männers), Stammtische, Nachbarn, Tippgemeinschaften, Fanclubs, Feuerwehren und Wiesiealleheißen. Weihnachten rast heran mit Einkaufsbummelstress, mit dem Kampf gegen den Schlaf unterm Weihnachtsbaum, mit Verwandtschaft und dem maßlosen Völlegefühl.

Kaum verdaut, geschweige ausgeschlafen, stürzt das handverlesene Publikum über Knaller und Alkohol halb ernüchtert in den Neujahrsempfang. „Nicht noch einen“, schaudert Linsburgs Gemeinderat. Der gibt am 6. Januar mit Feuerchen vorm Feuerwehrhaus für Lins- und Meinkingsburger lieber locker einen aus. Allerdings in der Hoffnung, dass die von draußen auch kommen. Prost. Stefan Reckleben

Zum Artikel

Erstellt:
3. Januar 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 45sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.