22.01.2020 Von Alan Smithee

Psychosomatische Erkrankungen – Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Psychosomatische Erkrankungen – Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Bei einem gesunden Menschen sind die Seele und der Körper im Einklang. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass auch Störungen auftreten können. Liegt eine seelische Ursache vor, wirkt diese sich auf den Körper aus. Jeder Mensch kennt das Gefühl, dass vor einer wichtigen Prüfung der Appetit nachlässt oder sich ein anderes Unwohlsein äußert. Dieses Gefühl verschwindet jedoch, sobald die Prüfung absolviert wurde. Treten solche Probleme jedoch dauerhaft auf, dann handelt es sich um eine psychosomatische Erkrankung.

Typische Symptome von psychosomatischen Erkrankungen

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Symptome, die auf psychosomatische Ursachen hinweisen. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

  • Kopfschmerzen bis hin zur Migräne
  • Verdauungsbeschwerden von Verstopfung bis Durchfall
  • Nacken-, Schulter- oder Rückenschmerzen
  • Essstörungen und Schlafstörungen
  • Panikattacken, Herzrasen und Luftnot
  • Ständige Erschöpfung und Müdigkeit

Es gibt aber noch unzählige weitere Symptome, die für eine psychosomatische Erkrankung sprechen. Sie können an dieser Stelle nicht alle aufgelistet werden. An der Aufzählung lässt sich jedoch erkennen, dass die unterschiedlichsten Körperteile und Organe von den Beschwerden betroffen sein können.

Wie wird eine psychosomatische Erkrankung diagnostiziert?

Die aufgezählten Symptome können selbstverständlich auch völlig andere Ursachen haben. Leidet ein Patient an Verdauungsstörungen, kann auch eine Krankheit im Magen-Darm-Trakt aufgetreten sein. Bei Herzrasen und Atemnot kann auch ein Herzfehler ursächlich sein. Für jedes Symptom gibt es auch mehrere organische Ursachen. Deshalb findet bei einem betroffenen Patienten zunächst eine gründliche medizinische Untersuchung statt.

Dank der modernen Diagnoseverfahren ist es möglich, organische Krankheiten mit höchster Präzision festzustellen. Lässt sich jedoch keine Erkrankung feststellen, obwohl der Patient unter starken Beschwerden leidet, dann liegt eine psychosomatische Erkrankung vor.

So entstehen psychosomatische Erkrankungen

In früheren Zeiten wurde oftmals behauptet, ein Patient bildet sich eine Krankheit ein, weil bei ihm keine direkte körperliche Ursache für seine Beschwerden gefunden wurde. Inzwischen weiß aber jeder erfahrene Arzt, dass es keine Einbildung, sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung ist. Zu den häufigsten Auslösern gehören:

  • Sorgen
  • Stress
  • Trauer
  • Angst
  • Ungelöste Konflikte oder Probleme

Ein großes Problem besteht immer darin, dass sich die betroffenen Personen in einem Teufelskreis befinden. Durch die seelischen Belastungen entstehen körperliche Probleme. Diese wiederum erhöhen die psychischen Belastungen. Dadurch geht es den erkrankten Menschen kontinuierlich schlechter. Wird dieser Teufelskreis nicht durch eine fachgerechte Behandlung durchbrochen, entsteht in einigen Fällen eine Arbeitsunfähigkeit. In sehr schlimmen Fällen tritt sogar eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit auf.

Des Weiteren führen die Probleme zur sozialen Isolation. Die immer stärker werdenden körperlichen Beschwerden machen es den betroffenen Personen unmöglich, an Veranstaltungen oder etwas Ähnlichem teilzunehmen. Deshalb sollte schon bei den ersten Anzeichen psychosomatischer Beschwerden ein Arzt aufgesucht werden. Mittlerweile stehen schon sehr gute Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

So können psychosomatische Erkrankungen behandelt werden

Um es gleich vorwegzusagen, die Behandlung ist zumeist sehr langwierig. Die Bereitschaft des Patienten sich therapieren zu lassen, ist die grundsätzliche Voraussetzung für einen Behandlungserfolg. In den meisten Fällen beginnt die Behandlung mit einer Psychotherapie. Für den Therapeuten ist es enorm wichtig, sich das Vertrauen des Patienten zu verschaffen. Dazu sind längere Gespräche erforderlich. Im nächsten Schritt kann der Patient dann genauer mitteilen, welche Ursache seine seelische Belastung hat. Manchmal ist es den betroffenen Personen selbst noch gar nicht so klar, was der Auslöser war. Der Therapeut hilft aber dabei, es herauszufinden.

Ein guter Anfang ist schon damit gemacht, wenn der Patient weiß, welches Ereignis seine Beschwerden verursacht. Wenn er es klar benennen kann, beginnt die Therapie. Der Therapeut versucht dann Wege zu finden, den Patienten von seinen Ängsten, Zweifeln oder auch von seinen Sorgen zu befreien. Doch neben der psychotherapeutischen Behandlung werden weitere Behandlungsmethoden angewendet.

Folgende weiterführende Behandlungen können erfolgen

Sehr hilfreich sind Übungen zur Entspannung. Der Patient lernt dabei verschiedene Entspannungstherapien kennen. Viele dieser Übungen lassen sich auch hervorragend in den ganz normalen Tagesablauf des Patienten integrieren. Besonders beliebt sind Entspannungstechniken, die so ganz nebenher bei der Arbeit am Schreibtisch durchgeführt werden. Die Arbeitskollegen bemerken es gar nicht, wenn jemand seine Übungen zur Entspannung macht.

Zudem werden dem Patienten umfangreichere Übungen vermittelt, die er dann zu Hause durchführen kann. Dazu gehört auch Ergotherapie. Einen sehr großen Wert wird immer auf eine Bewegungstherapie gelegt. Sowohl der Seele als auch dem Körper tut es gut, sich an der frischen Luft zu bewegen. Deshalb geht es auch immer darum, etwas zu finden, dass dem Patienten Freude bereitet.

Eine Therapie mit Medikamenten findet nur in begleitender Form statt. Psychosomatische Erkrankungen lassen sich nicht mit Tabletten und Tropfen behandeln. Diese dienen jedoch dazu, die körperlichen Beschwerden zu lindern, sodass der Patient sich wieder besser bewegen kann. Es nützt nichts, wenn der Therapeut dem Patienten längere Spaziergänge oder etwas Ähnliches empfiehlt und der Patient kann sich aufgrund starker Schmerzen nicht bewegen.

Individuell abgestimmte Therapien sind nötig

Da die Ursachen und auch die Auswirkungen psychosomatischer Erkrankung sehr vielseitig sind, gibt es keine pauschal durchführbare Therapie. Es muss daher eine Therapie gefunden werden, mit der die Ursache behandelt werden kann. Zudem muss die Behandlung auch von dem Patienten angenommen werden. Das Problem besteht immer darin, dass keine kurzfristigen Erfolge zu erwarten sind. Da kann es schon vorkommen, dass der eine oder andere Patient die Geduld verliert. Macht die Therapie jedoch Spaß und bringt dem Patienten etwas, dann führt er sie auch gerne dauerhaft durch.

Fazit

Psychosomatische Erkrankungen treten immer öfter auf. Zu den häufigsten Ursachen gehört der Leistungsdruck im Beruf. Aber auch Probleme und Sorgen im privaten Umfeld spielen eine wichtige Rolle. Deshalb ist es auch besonders wichtig, dass die psychosomatische Grundversorgung weiter ausgebaut wird.

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Erstellt:
22. Januar 2020, 08:04 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 51sec

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