Süßwaren liegen in der Pandemie im Trend. Foto: NGG

Süßwaren liegen in der Pandemie im Trend. Foto: NGG

Landkreis 21.03.2021 Von Nikias Schmidetzki

Puh, das ist ne ganze Menge!

Gibt es da einen Zusammenhang? Die NGG sieht ihn. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, wofür die Abkürzung NGG steht, berichtet, der Hunger – oder besser Appetit? – auf Süßwaren sei während der Pandemie gestiegen. Demnach haben die Menschen im Landkreis Nienburg im vergangenen Jahr rein rechnerisch rund 4100 Tonnen Süßwaren gegessen – davon allein 1100 Tonnen Schokoladenprodukte, 670 Tonnen Knabberartikel und 540 Tonnen Speiseeis. Ich habe eben im Kopf überschlagen: Das kommt hin.

Die Zahlen hat die NGG nach eigenen Angaben anhand aktueller Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie ermittelt. Lena Melcher, Geschäftsführerin der NGG Region Hannover hat auch eine Begründung für den Boom: „Vom Eis, das zuhause gegessen wird, wenn die Eisdiele zu hat, über die Kekse als Nervennahrung im Homeoffice bis hin zu den Chips vorm heimischen Fernseher – in der Pandemie greifen viele Menschen verstärkt zu Süßwaren.“ Nun muss ich nochmal nachrechnen. Chips zählen da auch zu? Ich dachte, das seien keine Süßwaren, weil die ja gar nicht süß waren. Pardon!

Doch: „Demnach stieg der Verbrauch süßer und salziger Snacks im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent auf durchschnittlich 33,4 Kilo pro Kopf“, berichtet die NGG. Nur mal so zur Vereinfachung: Eine Tafel Schokolade wiegt in den meisten Fällen 100 Gramm. Davon müsste jeder im Schnitt 334 Stück im Jahr verzehren, um ohne andere „Snacks“ auf diesen Wert zu kommen. Und bedenken wir jetzt, dass es Menschen geben soll, die deutlich weniger davon essen, dann werden es weit über 400 sein. Also mehr als eine Tafel täglich. Zugegeben: Gesund ist das nicht. Na klar: So viele sind es in aller Regel nicht. Es gibt ja noch so viel mehr. Und daher kommen schließlich noch viele andere Köstlichkeiten zur Schoki hinzu, sodass am Ende noch diverse Packungen Eis, jede Menge Chips und Kekse sowie unzählige Tüten Gummibärchen-Krams zu Buche schlagen.

Doch all die Mühe soll sich gelohnt haben. Denn: „Von einer Krise kann in der Branche, anders als in anderen Wirtschaftszweigen, keine Rede sein“, betont Melcher. Zwar habe es im Zuge weltweiter Lockdowns leichte Rückgänge beim Exportgeschäft gegeben. Aber „unterm Strich“ stünden die Firmen wirtschaftlich gut da. Im vergangenen Jahr sei der Umsatz in der deutschen Süßwarenindustrie laut Statistischem Bundesamt um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Na, immerhin. Dann war ja die ganze Mühe nicht ohne Ergebnis. Nur, was kommt in der Zeit nach Lockdown und Co.? Wir können doch eine ganze Branche nicht einfach so auflaufen lassen. Guten Appetit und ein schönes Wochenende!

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Erstellt:
21. März 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 20sec

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