Puma-Angriff beim Joggen

Puma-Angriff beim Joggen

Philipp Keßler DH

Mit Normalität kann das nichts zu tun haben. Selbst fern von jeder wissenschaftlichen Expertise nehme ich mir die Behauptung heraus: Sonnenschein und 17 Grad im Februar – das passt nicht. Ob diese Vorhersage meiner Wetter-App für den kommenden Mittwoch tatsächlich eintrifft, wird sich erst noch zeigen, aber schon die 15 Grad am vergangenen Sonntag ließen mich staunen. Beim Fotografieren der Fußball-Kreisligapartie zwischen dem SV Husum und Inter Komata Nienburg (0:3) kam ich zwischenzeitlich so ins Schwitzen, dass ich meine Bekleidung oberhalb des Gürtels auf ein T-Shirt reduzierte – und glauben Sie mir, ich fotografiere zwar engagiert, aber Sprints mit der teuren Kamera in der Hand bleiben Ausnahmefälle. Es lag allein an der Sonne. Bisher hat der Monat eine durchschnittliche Temperatur von 2,9 Grad. Laut Wetterexperten wären 0,4 Grad normal. Der bisher wärmste Februar im Jahr 1990 schaffte es auf 5,7 Grad. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, dürften die Freibäder schon in den Osterferien Rekordumsätze vermelden.

Ob die ungewöhnliche Wärme des Februars eine Konsequenz des Klimawandels ist oder nur ein punktuelles Ereignis, wird sich erst in ein paar Jahrzehnten eindeutig festlegen lassen. Wie auch immer: Ich jedenfalls genieße das schöne Wetter in vollen Zügen, war bereits das erste Mal mit meinem Kajak auf der Weser und das Joggen in der wärmenden Feierabendsonne macht doch wesentlich mehr Spaß als bei 0,4 Grad und Schneeregen.

Wer zusätzlich zum Frühlingswetter noch weitere Motivation zum Joggen benötigt, dem lege ich den Vorbereitungskurs zum Spargellauf ans Herz. Der beginnt am Donnerstag und wird wöchentlich jeweils um 18 Uhr starten. Lauftrainerin Charlie Würzberger freut sich über jeden Teilnehmer, auch über blutige Anfänger. Treffpunkt ist an der TKW-Leintorhalle in Nienburg.

Angst vorm Laufen braucht keiner zu haben, es sei denn, man schnürt die Sportschuhe während des Amerika-Urlaubs in Colorado. Dort griff vor wenigen Wochen ein Puma einen Läufer an. Der 31-jährige Travis Kauffman war in einem Wald nordwestlich von Denver unterwegs, als er es plötzlich hinter sich rascheln hörte und den Berglöwen entdeckte. Kauffman habe die Arme gehoben und geschrien, um das Tier zu vertreiben, doch der Puma habe ihn angegriffen und sich in seinem rechten Handgelenk verbissen.

Der Jogger handelte mutig, schlug mit einem Stein nach dem Angreifer und erwürgte ihn schlussendlich. Glück im Unglück: Schwere Verletzungen trug Kauffman, von Beruf Umweltberater, nicht davon.