Pyrotechnik ist aktuell in Stadien verboten. Foto: Adobe Stock

Pyrotechnik ist aktuell in Stadien verboten. Foto: Adobe Stock

Landkreis 26.01.2020 Von Syam Vogt

Pyrotechnik ist kein Verbrechen?

Der Hamburger SV ist Spitzenreiter der 2. Bundesliga – nicht nach regulär erspielten Punkten in der Tabelle, sondern was die Strafen für Pyro-Vergehen angeht. Die Kicker von der Elbe werden regelmäßig von ihren Fans frenetisch angefeuert, dabei scheuen einige Ultra-Gruppierungen die Sanktionen des DFB nicht, die durch das Abbrennen bengalischer Feuer und dem Zünden von Feuerwerksraketen entstehen.

Das kostete den Verein in der vergangenen Spielzeit 294.150 Euro Strafe. Die Hanseaten überlegen schon seit geraumer Zeit, sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen, ohne ihren Fans das Abbrennen von Feuerwerksartikeln komplett zu untersagen.

Der HSV diskutiert derzeit, in einem Rückrundenspiel im Volksparkstadion kontrolliert Pyrotechnik einzusetzen. Der Zweitligist hat zusammen mit Experten der Feuerwehr und Vertretern der Fanklubs bereits eine Pyro-Show mit Rauchtöpfen getestet. Hamburgs Klub-Boss Bernd Hoffmann hatte die Diskussion öffentlich angeheizt: „Klar ist, dass wir einen anderen Umgang mit der Thematik brauchen als bisher.“ Das kontrollierte Abbrennen in einem Sicherheitsbereich unter Aufsicht würde nicht zu Strafen durch den DFB führen. Die Hansestädter wären der erste Klub, der das gestatten würde.

Wenigstens eine Sache, bei der der Chaos-Klub für positive Schlagzeilen sorgen würde. Ungewiss ist jedoch, ob die Chaoten das verbotene Zünden von Raketen und Bengalos dann trotzdem unterlassen würden oder ob der Reiz nach dem Verbotenem nach wie vor bestehen bleibt.

Eine andere Alternative wurde in Hamburg bisher noch nicht in Betracht gezogen. In Dänemark entwickelten Experten sogenannte „kalte Pyro“, die nur 230 statt über 2.000 Grad Celsius heiß wird. Beim Nord-Konkurrenten und meinem Herzensverein Werder Bremen kam dieser Pyro-Ersatz im vergangenen Sommer testweise zum Einsatz – doch der Versuch scheiterte. Die Behörden und der Verein teilten nach dem Test mit, dass selbst diese Technik zu gefährlich sei. Das Thema bietet also weiterhin reichlich Zündstoff.

Zum Artikel

Erstellt:
26. Januar 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 56sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.