Wirbelsäulenchirurg Mohamad Hamdan (links) mit Patienten Ursula Axmann und Neurochirurg Thomas Meier. Foto: Helios

Wirbelsäulenchirurg Mohamad Hamdan (links) mit Patienten Ursula Axmann und Neurochirurg Thomas Meier. Foto: Helios

Nienburg 06.02.2021 Von Die Harke

Querschnittslähmung verhindert

Landesbergerin Ursula Axmann hat einen Tumor an der Wirbelsäule, der in der Nienburger Helios-Klinik erfolgreich entfernt wird

„Kurz vor Weihnachten hatte ich nach einer hektischen Bewegung plötzlich starke Rückenschmerzen, die ich kaum aushalten konnte“, beschreibt Ursula Axmann in einer Pressemitteilung der Helios-Kliniken den Beginn ihrer Erkrankung.

Die 67-Jährige suchte zunächst die niedergelassene orthopädische Gemeinschaftspraxis von Claus Czirjak und Dr. Christian Donow in Stolzenau auf. „Nach der Untersuchung wurde ich direkt zur Abklärung zum Radiologen überwiesen, um ein Computertomogramm erstellen zu lassen“, erläutert die Landesbergerin. Im CT wurde ein Weichteiltumor in der Wirbelsäule festgestellt, und zwar direkt in der Nervenscheide – also in der Hülle, die die Nervenfasern umgibt.

Daraufhin erhielt die Ursula Axmann sofort die Notfalleinweisung in die Nienburger Helios-Klinik. Hier wurde sie zunächst stationär aufgenommen, um weitere Untersuchungen vorzunehmen, unter anderem ein Kernspintomogramm im MRT. Dadurch wurde laut Helios der Befund bestätigt.

„Bei Frau Axmann haben wir einen Nervenscheidentumor mit Ausdehnung in den Spinalkanal und den Brustkorb gefunden“, so Mohamad Hamdan, Sektionsleiter Orthopädie und Wirbelsäulenchirurg der Helios-Kliniken Mittelweser.

Hierbei habe nicht nur der Tumor selbst ein Risiko dargestellt, sondern vor allem auch eine dadurch drohende Querschnittslähmung. Der Grund liege in der Enge des Spinalkanals, sodass der sich darin befindliche Tumor einen Druck auf das Rückenmark ausgeübt habe: Der Tumor musste schnellstmöglich operativ entfernt werden.

Doch dies sei keine einfache Operation, die jeden Tag durchgeführt wird. „Aufgrund der komplizierten Lage des Tumors und der unterschiedlichen anatomischen und physiologischen Gegebenheiten war es erforderlich, dass wir Frau Axmann mit einem interdisziplinären Team von Spezialisten operiert haben“, erläutert Thomas Meier, Oberarzt der Neurochirurgie der Klinik.

So stand neben Hamdan und Meier auch Dr. Ahmad Baderkhan, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, auf Abruf. „Wäre der Tumor in Kontakt mit dem Lungengewebe gekommen, hätte der Viszeralchirurg an dieser Stelle übernommen“, erläutert Hamdan. Bei zwei anderen Patienten mit Befunden ähnlicher Art hatte das Team der drei Chirurgen diese Operation ebenfalls gemeinsam durchgeführt.

Das Besondere an der Operation laut Helios: Während in anderen Kliniken in einem vergleichsweise aufwändigen Eingriff zur Tumorentfernung der Brustkorb eröffnet werde, sei der Eingriff bei Ursula Axmann minimalinvasiv über die Wirbelsäule erfolgt.

„Ich habe ein bis zwei Zentimeter des Ansatzteils der fünften Rippe entfernt, um den Tumor besser herausschälen zu können.

Dies erfolgte alles mithilfe eines kleinen Schnittes im Prinzip der Schlüsselloch-Operation“, erläutert Neurochirurg Meier. Der Vorteil dieser Operationsmethode sei: Die Patienten könnten direkt nach der Operation schon wieder aufstehen und laufen.

Nach der Tumorentfernung sei der betroffene Bereich von Wirbelsäulenchirurg Hamdan mit Schrauben fixiert worden. „Nicht nur der fehlende Ansatzteil der Rippen, vor allem auch der Tumor selbst führt zu einer Instabilität. Die Schrauben können problemlos ein Leben lang verbleiben“, erläutert Hamdan.

Nach der Operation sei Ursula Axmann sofort wieder mobil gewesen. „Natürlich hatte ich zunächst auch Wundschmerzen von dem Eingriff. Doch der ursprüngliche Rückenschmerz, aufgrund dessen ich überhaupt damals zum Arzt gegangen bin, ist jetzt endlich nicht mehr da“, zeigt sich die Landesbergerin laut Helios erleichtert.

Zum Artikel

Erstellt:
6. Februar 2021, 07:05 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.