Zum 100. Firmenjubiläum sollte einiges los sein auf dem weitreichenden Firmengelände. Nun sind die Veranstaltungen der RWG Leese auf das Jahr 2022 verschoben worden. Foto: RWG Leese

Zum 100. Firmenjubiläum sollte einiges los sein auf dem weitreichenden Firmengelände. Nun sind die Veranstaltungen der RWG Leese auf das Jahr 2022 verschoben worden. Foto: RWG Leese

Leese 13.04.2021 Von Die Harke

RWG Leese steigt aus dem Obstanbau aus

Preiskampf und Klimawandel sind die Ursachen / Genossenschaft konzentriert sich auf Energiehandel und Dienstleistungen

Zum ersten Mal in ihrer Unternehmensgeschichte konnte die Raiffeisen Agil Leese die jährliche Generalversammlung nicht in den eigenen Räumlichkeiten abhalten. Stattdessen waren die Mitglieder eingeladen, an der 98. ordentlichen Versammlung in einem Umlaufbeschluss teilzunehmen und über die geschäftspolitischen Entscheidungen durch ein Briefwahlverfahren mitzubestimmen, teilt die RWG mit.

Insgesamt 187 Mitglieder zählt aktuell die Genossenschaft aus Leese. Das Wahlverfahren sei auf eine große Resonanz gestoßen, 57 Prozent der Mitglieder gaben ihr Votum ab, unter anderem auch zur Dividendenausschüttung.

Die Pandemie habe sich auch auf die Raiffeisen Agil Leese ausgewirkt, die im vergangenen Jahr das 100-jährige Firmenjubiläum feiern und das Jubeljahr mit der neuen Zukunftsmesse „Land. Leben. Leese.“ und der Fachmesse „Heizen mit Holz“ krönen wollte. Vieles sei vorbereitet und angestoßen worden, doch schlussendlich musste alles verschoben werden.

Neben den neuen Herausforderungen sei das zurückliegende Geschäftsjahr auch durch schwere Entscheidungen zu dem Wohle der künftigen Unternehmensausrichtung geprägt gewesen: Seit über 30 Jahren werden in Leese und Mönchpfiffel (Thüringen) Obstkulturen zur Eigenvermarktung und für die europäische Saftindustrie angebaut – zum Teil in Bio-Qualität.

Nach Mitteilung der RWG hielt die Sparte sowohl dem marktbedingten Preiskampf mit der Industrie und zusätzlich den durch die Klimaveränderung entstandenen Wettereinflüssen nicht mehr stand. Alle Flächen seien an neue regionale Anbauer übergeben worden, die den Sonderfruchtanbau zum Teil weiterführen würden.

Kerngeschäftsfelder der Leeser Genossenschaft seien weiterhin der Energiehandel, insbesondere mit Holz-Brennstoffen und Treibstoffen, der Handel mit Kompost sowie die Erbringung von Umweltdienstleistungen – zum Beispiel in Form von Grüngutannahmen und -aufbereitung. Zwei Tochterfirmen seien im Bereich Familienbetreuung und Schulbegleitung tätig, und das sehr erfolgreich.

Der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2019/2020 habe zwar 300.000 Euro unter dem Vorjahreswert, was aber auf die Ausgliederung des Family-Service Deutschland AG als eigenständige Firma sowie die preisbedingten Umsatzrückgänge im Mineralölbereich zurückzuführen sei.

Ein deutlicher Zuwachs von 6,5 Prozent sei hingegen im Bereich der alternativen Brennstoffe verzeichnet worden. Mittlerweile zähle die Genossenschaft, die vor 20 Jahren als Pionier mit der Pelletsvermarktung begonnen hatte, mit 38000 Tonnen Auslieferungsmenge pro Jahr zu den größten Holzpellets-Lieferanten Norddeutschlands.

Insgesamt betrachtet habe sich im zurückliegenden Geschäftsjahr ein Betriebsgewinn von 500000 Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 400000 Euro ergeben. Die Eigenkapitalquote betrage 57,7 Prozent. Diese, trotz der erschwerten Gesamtwirtschaftslage, erfreuliche Entwicklung lasse wiederholt eine Dividendenausschüttung von 7 Prozent an die Mitglieder zu.

Die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr seien ähnlich optimistisch, denn es werde mit einer Entwicklung auf Vorjahresniveau gerechnet.

Die Satzung der Raiffeisen Agil Leese sieht vor, dass jedes Jahr ein Drittel der Aufsichtsratsmitglieder neu gewählt werden. Um den Rhythmus nicht zu verändern, wurden Carsten Bredthauer (Heidhausen) und Werner Bartels (Steyerberg) für drei weitere Amtsjahre in den Aufsichtsrat gewählt.

Die Unternehmensführung dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die durch Zuverlässigkeit und Engagement wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen hätten. Sie richtete ihren Dank aber auch an ihre Kunden und Geschäftspartner, die der Genossenschaft in der schwierigen Zeit beigestanden hätten. Es bleibe die große Hoffnung, dass die nun auf 2022 verschobenen Jubiläums-Veranstaltungen planmäßig und vor allem gemeinsam durchgeführt werden können.DH

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Erstellt:
13. April 2021, 19:33 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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