Referent Ruben Obenhaus erläuterte den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten die Rolle der Frauen im Rechtsextremismus.  Foto: privat

Referent Ruben Obenhaus erläuterte den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten die Rolle der Frauen im Rechtsextremismus. Foto: privat

Landkreis 09.02.2020 Von Die Harke

Radikalisierung und Hetze per Social Media

Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Petra Bauer hatte zu Informationsveranstaltung ins Kreishaus eingeladen

Der Arbeitskreis Gleichstellung unter der Leitung von Petra Bauer, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Nienburg, dem alle kommunalen Gleichstellungsbeauftragten aus dem Landkreis angehören, traf sich zu einer halbtägigen Informationsveranstaltung zum Thema „Rechtspopulismus und Antifeminismus“ im Kreishaus.

Bauer hatte Ruben Obenhaus als zuständigen Referenten der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus – für Demokratie in Niedersachsen eingeladen, um gemeinsam mit den Kolleginnen einen Einblick in die Themen Antifeminismus und Rechtspopulismus, besonders mit dem Blick auf die Rolle der Frauen, zu erhalten.

Bereits während der Vorstellung ging es um Erfahrungen von vor Ort beziehungsweise um Erfahrungen als Gleichstellungsbeauftragte mit rassistischen und frauenfeindlichen An- oder Übergriffen. Die Gleichstellungsbeauftragten erfuhren, dass gerade auch der ländliche Raum für bestimmte rechtspopulistische und heimattreue Gruppen ein Ort ist, an dem sie sich niederlassen und in die Bevölkerung einbringen.

Nach dem einführenden Referat ging es in den Austausch über persönliche Erfahrungen mit rechtspopulistischen Angriffen. Dabei wurde deutlich, dass die Sozialen Medien mehr denn je eine große Rolle spielen. Sowohl die Radikalisierung von einzelnen Personen als auch von Gruppen verläuft vermehrt über Social Media.

Ebenso wird auch die Hetze gegen einzelne Personen über das Netz verteilt. Dabei wird deutlich, dass bewusst Einzelpersonen herausgegriffen, namentlich genannt, rechtspopulistisch an den Pranger gestellt und unter Druck gesetzt zu werden. Hier gilt es als Gemeinschaft in Solidarität gegenzuhalten.

Im letzten Teil der Schulung ging es um die Fragen der persönlichen Haltung und des Umgangs mit Anfeindungen und Übergriffen. Obenhaus benannte Strategien rechtspopulistischer Gruppen und zeigte auf, welche Umgangsmöglichkeiten es damit geben kann.

Den Gleichstellungsbeauftragten wurde deutlich, dass es wichtig ist, offensiv zu agieren, sich solidarisch mit anderen Betroffenen zu zeigen, Beweise zu sammeln und Übergriffe zur Anzeige zu bringen. Diskussionen mit Personen rechtspopulistischer Gruppen haben in der Regel wenige, immer wiederkehrende Themen, die sie in möglichst vielen Debatten einbringen.

Hier gilt es, eigene Themen bzw. das Thema, dass auf der Tagesordnung steht, aktiv immer wieder einzubringen bzw. darauf zurückzukommen.

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Erstellt:
9. Februar 2020, 04:10 Uhr
Lesedauer:
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