Jugendliche bekennen sich gegen Rassismus und für Vielfalt. Foto: Landkreis Nienburg

Jugendliche bekennen sich gegen Rassismus und für Vielfalt. Foto: Landkreis Nienburg

Landkreis 28.11.2020 Von Die Harke

„Rassismus ist Müll – vermeidet beides!“

Schülerinnen und Schüler engagieren sich gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit

Mit griffigen Formeln wie „Rassismus ist Müll – vermeide beides!“ und „195 Länder, 7 Kontinente, 1 Erde. Wir sind alle eins!“ und mit phantasievollen Designs haben Schülerinnen und Schüler des Landkreises Nienburg im vergangenen Jahr Schilder gegen Fremdenfeindlichkeit entworfen. Nun verteilen sie die Hängeschilder an fünf verschiedenen Orten und Terminen in den im Landkreis und Stadtgebiet verkehrenden Linienbussen.

Den Start zur Busaktion gegen Rassismus haben am heutigen Dienstag Schülerinnen und Schüler der Oberschule Uchte gemacht und an ihren Bushaltestellen einen Linienbus mit selbstgestalteten Schildern gegen Rassismus ausgestattet. Auch an den Haltestellen der Oberschule Marklohe, des Gymnasiums Stolzenau und der Oberschule Steimbke werden in dieser Woche Busse mit den Hängeschildern versehen. Am Mittwoch werden Jugendliche der Oberschule Nienburg am City Treff in Nienburg die blauen Busse der Stadtbusgesellschaft Nienburg entsprechend bestücken, um damit ein Zeichen gegen Rassismus und für mehr Toleranz und Courage zu setzen.

Zu der Aktion gekommen war es bereits auf der ersten kreisweiten Courage-Conference im Jugendhaus Nienburg, im November 2019. Dazu hatten der Landkreis Nienburg, der Kreisjugendring und WABE Schülerinnen und Schüler eingeladen, um sich gemeinsam mit dem Thema Rassismus auseinander zu setzen. Dabei ist die Idee entstanden, kleine Schilder mit starken Aussagen zum Aufhängen in Bussen und an Türklinken zu entwerfen. Die jungen Leute aus den Oberschulen in Steimbke, Marklohe, Uchte und Nienburg, dem Marion-Dönhoff-Gymnasium, dem Gymnasium Stolzenau sowie der Jugendwerkstatt Lemke hatten daraufhin zehn Motive ausgewählt, die im Frühjahr dieses Jahres professionell grafisch überarbeitet und in den Druck gegangen sind. Auf der Vorderseite der Entwürfe stehen klare Positionierungen gegen Rassismus und für Zivilcourage. Auf der Rückseite befinden sich Kontaktdaten von Stellen, wo es Rat, Unterstützung oder eine finanzielle Förderung für Projekte zur Stärkung unseres demokratischen und respektvollen Miteinanders gibt. Die Schilder sind daher zum Mitnehmen und Weitergeben gedacht.

Tom Hauke, Noél Müller, Michel Müller, Jordan Walcott und Max Zweipfennig (von links) aus der 10. Klasse der Oberschule Marklohe haben sich an der Busaktion beteiligt. Foto: Landkreis Nienburg

Tom Hauke, Noél Müller, Michel Müller, Jordan Walcott und Max Zweipfennig (von links) aus der 10. Klasse der Oberschule Marklohe haben sich an der Busaktion beteiligt. Foto: Landkreis Nienburg

„Demokratisches Denken und Handeln sind keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen genauso wie Kompetenzen in anderen Lebensbereichen erlernt und gefestigt werden“, erläutert Peter Karaskiewicz, der beim Landkreis Nienburg Koordinator der Präventionsstrategie „Communities That Care – CTC“ ist. Die Umfrageergebnisse an Schulen hätten gezeigt, dass Vorurteile und Diskriminierung auch an Schulen im Landkreis Nienburg präsent seien und es somit für Projekte zur Stärkung unserer demokratischen Schulkultur viel Luft nach oben gäbe. Mit der 2017 im Landkreis Nienburg durchgeführten CTC-Schülerbefragung war deutlich geworden, dass etwa ein Drittel der Befragten gängigen Vorurteilen gegen Ausländer zustimmt. Jede siebte befragte Person hatte schon einmal jemanden wegen ihrer oder seiner Andersartigkeit beleidigt und jede zehnte kam nur schwer mit fremden Verhaltensweisen zurecht.

„Die Aktion in den Bussen der VLN und der Stadtbusgesellschaft Nienburg setzt in der Stadt und im Landkreis ein Zeichen für ein respektvolles Miteinander und fordert dabei Selbstverständliches ein – nämlich die Gleichheit aller Menschen, so wie es im Grundgesetz verankert ist“, betont Jens Rühe vom Verkehrsservice Landkreis Nienburg ganz im Sinne auch von Iris Köhler von der Stadtbusgesellschaft.

Tom Hauke, Noél Müller, Michel Müller, Jordan Walcott und Max Zweipfennig aus der 10. Klasse der Oberschule Marklohe haben sich auch an der Busaktion gegen Rassismus beteiligt und sagen zu ihren Beweggründen: „Aufgrund eigener Erfahrungen und Problemen mit Rassismus haben wir uns entschieden, an dem Workshop gegen Rassismus teilzunehmen. Dort haben wir sehr viel über Rassismus und den Ursprung von Rassismus gelernt und erfahren, wie es ist, rassistisch diskriminiert zu werden. Wir werden uns auch privat weiterhin gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzen.“

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Erstellt:
28. November 2020, 18:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 48sec

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