René Rast fuhr am Sonnabend von Startposition 20 bis auf Plaz sechs vor. Am Sonntag landete der Steyerberger jedoch in der Mauer. Foto: Audi Media

René Rast fuhr am Sonnabend von Startposition 20 bis auf Plaz sechs vor. Am Sonntag landete der Steyerberger jedoch in der Mauer. Foto: Audi Media

Rom 11.04.2021 Von Die Harke

Rast landet in den Mauern von Rom

Formel E: Der Steyerberger fährt am Sonnabend auf Platz sechs und scheidet am Sonntag aus

Enttäuschender Abschluss des Formel-E-Rennwochenendes in Rom für Audi Sport ABT Schaeffler: Nach Platz sechs vom Steyerberger René Rast am Sonnabend schieden Lucas di Grassi und Rast am Sonntag jeweils durch Unfälle aus.

Das Rennen am Samstag


Der dritte Lauf der Formel E-Weltmeisterschaft war für di Grassi fünf Minuten zu lang: In Führung liegend und den Sieg bereits vor Augen, blieb der Brasilianer vom Team Audi Sport ABT Schaeffler drei Runden vor dem Ziel ohne Vortrieb stehen. Rast fuhr hingegen von Startplatz 20 auf Rang sechs nach vorn.


„Unser Auto ist fantastisch“, sagte di Grassi schon vor dem ersten Europa-Wochenende der neuen Formel E-Saison. Mit einer Bestzeit im ersten Freien Training und Startplatz vier unterstrich der Audi-Werksfahrer seine Aussage. Im spektakulären E-Prix auf dem umgestalteten Kurs in der italienischen Hauptstadt blieb das gesamte Starterfeld eng zusammen.

René Rast unterlief am Sonntag ein leichter Fahrfehler.  Foto: Audi Media

René Rast unterlief am Sonntag ein leichter Fahrfehler. Foto: Audi Media

Di Grassi übernahm früh die Führung und behielt nach zahlreichen harten Zweikämpfen die Oberhand. Der verdiente Sieg war nach über 20 Runden bereits zum Greifen nah, als der Brasilianer plötzlich langsamer wurde und seinen Rennwagen fünf Minuten vor Schluss abstellen musste. Di Grassi: „Ein technisches Problem so kurz vor Rennende ist hart. Wir hatten den Speed, das Rennen zu gewinnen. Ich lag die meiste Zeit in Führung und hatte tolle Überholmanöver.“


Sein Teamkollege Rast verspielte die Chance auf ein Podium bereits im Qualifying. Nach einem leichten Mauerkontakt konnte der 34-Jährige seine Zeitrunde nicht beenden. Mit einem fehlerfreien Rennen kämpfte sich der dreimalige DTM-Champion in die Punkteränge nach vorn. „Wenn man von Startplatz 20 losfährt, muss man mit einem sechsten Platz zufrieden sein“, sagte der Steyerberger.

„Es war ein cooles Rennen, ich hatte viel Spaß, das Auto war schnell.“ Audi-Teamchef Allan McNish war ebenfalls zufrieden: „René ist ein cleveres Rennen gefahren, seine Crew hat ihn mit der richtigen Strategie perfekt unterstützt. Darüber freuen wir uns. Aber dass wir den Sieg so knapp verpasst haben, tut sehr weh. Lucas hat sich an der Spitze einen fantastischen Kampf mit Jean-Eric Vergne geliefert und das Rennen fünf Minuten vor Schluss angeführt. Über Funk zu hören, dass er keinen Vortrieb mehr hat, war extrem hart für uns alle.“


Am Ende siegte Vergne (DS Techeetah) vor Sam Bird und Mitch Evans (beide Jaguar Racing).


Das Rennen am Sonntag


Schon das verregnete Qualifying am frühen Sonntagmorgen verlief für Audi Sport ABT Schaeffler alles andere als wunschgemäß. Als Sechster der Gesamtwertung musste Rast in der ersten Gruppe auf die Strecke gehen – ein riesengroßer Nachteil für den Steyerberger. Rast: „Nachdem unsere Gruppe gefahren war, hat der Regen nachgelassen. Am Ende war die Strecke fast zehn Sekunden schneller als bei uns.“

René Rast auf dem Stadtkurs in Rom . Foto: Audi Media

René Rast auf dem Stadtkurs in Rom . Foto: Audi Media


Rast musste sich in der Folge mit Startplatz 19 begnügen. Teamkollege di Grassi hatte in seiner Qualifyinggruppe etwas bessere Bedingungen und startete von Platz 13. Der Brasilianer arbeitete sich im Rennen schnell in die Punkteränge nach vorn, ehe er in Runde acht von Sébastien Buemi auf der Geraden am Heck touchiert wurde und vehement gegen die Streckenbegrenzung prallte. „Das war ein sehr gefährliches Manöver“, echauffierte sich di Grassi hörbar im Funk.


Rast zeigte wie am Vortag eine eindrucksvolle Aufholjagd, die den amtierenden DTM-Champion in die Top Ten nach vorn brachte. Vier Runden vor Rennende streifte der 34-Jährige die Streckenbegrenzung, wodurch die rechte Hinterradaufhängung brach und auch Rast gegen die Mauer prallte. „Ich bekam in der letzten Kurve starkes Übersteuern – ein kleiner Fehler mit großer Wirkung. Aber schon nach dem Pech mit dem Wetter im Qualifying war klar, dass es für mich ein harter Tag werden würde.“

Teamchef McNish wirkte frustriert: „Beide Autos durch Unfälle zu verlieren ist extrem bitter. Die Situation, die zum Ausfall von Lucas geführt hat, war enttäuschend. Im Video sieht man, dass Sébastien Buemi den Audi von Lucas die Grassi am Heck erwischt und sich Lucas daraufhin in die Mauer dreht. René hat einen kleinen Fehler gemacht, der zu seinem Ausfall geführt hat. Am wichtigsten ist, dass beide unverletzt geblieben sind, denn beide hatten harte Einschläge. Es ist ärgerlich, dass wir hier erneut unter unseren Möglichkeiten geblieben sind. Wie schon in Diriyah hatten wir eines der schnellsten Autos im Feld.“


Am Ende feierte Mercedes-Pilot Stoffel Vandoorne den Sieg vor Alexander Sims (Mahindra Racing), der die Ziellinie als Zweiter überquerte. Wegen einer nachträglichen Disqualifikation von Norman Nato (mehr als 40 kWh Energie genutzt) rückte Pascal Wehrlein (TAG Heuer Porsche) auf den dritten Podestplatz vor.


Weiter geht es in der Formel E mit einem weiteren Doppelrennen bereits in zwei Wochen im spanischen Valencia.

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Erstellt:
11. April 2021, 18:23 Uhr
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