Ratsherr Rotermund will Abwahl von Gemeindedirektor Knut Hallmann

Der Rodewalder FDP-Ratsherr Kurt Rotermund hat die Abwahl des Gemeindedirektors Knut Hallmann beantragt. Neuer Gemeindedirektor von Rodewald soll nach Rotermunds Vorschlag Hallmans Stellvertreter Torsten Deede werden. Der Rat der Gemeinde Rodewald tagt am 19. Dezember um 20 Uhr im „Deutschen Haus“.

Rotermund begründet seinen Antrag mit fehlender Neutralität Hallmanns. In seinem Schreiben an Bürgermeisterin Katharina Fick argumentiert er: „Ein Gemeindedirektor muss neutral sein und sich auf die Verwaltungsvorschriften beziehen. Die sehr enge Zusammenarbeit von Herrn Hallmann und der SPD im Besonderen mit dem Ratsherrn Sommerfeld lässt eine neutrale Arbeit nicht zu. Im Besonderen verweise ich auf das Durchsetzen des modularen Kindergartenneubaus am Zingeldamm in Rodewald hin. Gerade die Tatsache, dass Herr Hallmann Rodewalder ist, erhärtet den Verdacht noch einmal mehr, die SPD Rodewald zu unterstützen. Die emotionalen Ausbrüche des Gemeindedirektors Knut Hallmann bei Widerspruch durch Ratsmitglieder zeigt, dass die Befangenheit von Herrn Hallmann zu groß ist, um die Arbeit eines Gemeindedirektors neutral durchzuführen. Der Hinweis von Herrn Hallmann, das er eine Einheitsgemeinde befürwortet und damit der allgemeinen Richtung der SPD Folge leistet, ist neben der unsachgemäßen Vergabe von Kindergartenplätzen ein weiteres Indiz für Parteinahme.“

Hallmanns Kommentar zu Rotermunds Vorwürfen: Das ist hanebüchen und aus dem Hut gezaubert.Es gibt nicht mal einen Ansatz, dass ich meinen Neutralitätspflichten nicht genüge getan habe.“

Er werde vom Hausjuristen prüfen lassen, wie mit dem Antrag zu verfahren sei. Sollte er im Rat behandelt werden, sollte dies öffentlich geschehen, so Hallmann. „Herr Rotermund muss dann Tacheles reden, das wird ihm schwerfallen.“ Norbert Sommerfeld kommentierte Rotermunds Antrag als „völliger Quatsch.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd-Chistoph Höper sagte der HARKE: „Ich bin verwundert, dass so was auf die Tagesordnung kommt. Eine Abwahl ist das letzte Geschütz. Ich verstehe die Beweggründe nicht. Ich kann keine Absprache Hallmanns mit der SPD erkennen. Schließlich entscheidet immer der gesamte Rat. Rotermund muss jetzt Fakten liefern.“ Was Höper auch wundert: „Herr Rotermund hat noch nicht mal mit Herrn Deede gesprochen, ob er überhaupt Gemeindedirektor werden will.“

Rotermund bittet den Gemeinderat um eine geheime Abstimmung. Wenn es nach Rodewalds BürgermeisterinFick geht, könnte die Abstimmung auch öffentlich sein. Der HARKE sagte sie: „Herr Hallmann genießt das volle Vertrauen der anderen zwölf Ratsmitglieder.“ Rotermunds Vorwurf, Hallmann habe bei der Vergabe von zwei Kindergartenplätzen in Rodewald eine Familie bevorzugt, war bereits Thema in der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung des Rodewalder Rates. Der Verwaltungschef konnte den Vorwurf entkräften.

In der Sitzung hatte Hallmann auch die Vertrauensfrage gestellt. Nach Informationen der HARKE ging es dabei um einen Brief von Rotermund, den er vorgelesen hatte, der aber vertraulich gewesen sein soll. Der Rat bestätigte Hallmann einstimmig im Amt, sogar mit der Stimme von Rotermund. „Des lieben Friedens willen“, so Rotermund zur HARKE.