Der Tunnel Verdener Landstraße ist aufgrund der Enge des Fuß- und Radweges besonders unangenehm bei entgegenkommenden Radlern. Volker Konrad von der Polizeiinspektion, Werner Müller von der Verkehrswacht und Ulrich Kohlhoff vom ADFC (von links) bringen ein „Geisterfahrer“-Plakat an. Foto: ADFC

Der Tunnel Verdener Landstraße ist aufgrund der Enge des Fuß- und Radweges besonders unangenehm bei entgegenkommenden Radlern. Volker Konrad von der Polizeiinspektion, Werner Müller von der Verkehrswacht und Ulrich Kohlhoff vom ADFC (von links) bringen ein „Geisterfahrer“-Plakat an. Foto: ADFC

Nienburg 17.04.2021 Von Die Harke

Rechts fahren ist sicherer

ADFC appelliert an Radfahrer

Der Verkehr in den Städten und Kommunen wird dichter. Daran ist nicht nur der Kraftfahrzeugverkehr beteiligt, sondern zunehmend auch der Fahrradverkehr. Durch begrenzte Verkehrsflächen kommt es immer wieder zu Konflikten und Unfällen. Seit 2010 ist das Unfallgeschehen, an denen Radfahrer beteiligt waren, um mehr als ein Drittel angestiegen. Unfallforscher sehen als Ursache unter anderem die mangelnde Infrastruktur in den Kommunen sowie die deutliche Zunahme des Fahrradverkehrs, insbesondere im Zusammenhang mit dem Pedelecboom.

Intensiv ist das Unfallgeschehen nach wie vor im Bereich von Einmündungen zu Parkplätzen an Einkaufsmärkten, anderen Parkflächen und in Wohnstraßen. Der Bericht der örtlichen Unfallkommission der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg belegt dies. Hohe Aufmerksamkeit ist hier gefordert. Neben dem Kraftfahrzeugverkehr müssen vom Verkehrsteilnehmer zusätzlich Fuß- und Radwege beachtet werden. Bei unerwartetem Verkehrsverhalten kann es schnell zu Kontroversen kommen.

Das Radfahren auf der falschen Fahrbahnseite führt fast regelmäßig zu Konfliktsituationen. Der ADFC hat Zählungen in Nienburg vorgenommen. Danach fahren an der Ziegelkampstraße einer von drei Fahrradfahren auf der falschen Radwegseite, an der Verdener Landstraße am Tunnel ist es immerhin noch einer von zehn.

Autofahrer rechnen nicht mit Linksfahrern, ebenso werden entgegenkommende Radfahrer durch falsch fahrende verunsichert. „Man weiß nicht, wie sich der Entgegenkommende verhält“, so Berthold Vahlsing vom ADFC. „Bevorzugt er die rechte oder die linke Seite.“ Hohe Geschwindigkeiten mit Pedelecs wirkten sich zusätzlich erschwerend aus.

In einer gemeinsamen Aktion wollen die Polizei, Verkehrswacht und ADFC auf diese unfallträchtige Gefährdung hinweisen. Auf Initiative der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg wurden Plakate entwickelt, die linksfahrende Radfahrer auf ihren Fahrfehler aufmerksam machen sollen. Die Informationstafeln wurden kreisweit an markanten Fahrradverkehrswegen verteilt. „Wer das Plakat lesen kann, fährt falsch“, so die Initiatoren.

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Erstellt:
17. April 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 52sec

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