21.04.2013

Regionen verlieren den Anschluss

Regionalforum zum Thema „Daseinsvorsorge Schlüssel für die Zukunft“

Von Horst Achtermann

Bruchhausen-Vilsen. Das Regionalmanagement Mitte Niedersachsen, eine kommunale Arbeitsgemeinschaft aus 18 Städten, Gemeinden und Samtgemeinden, traf sich am Donnerstag zu einem Regionalforum in Bruchhausen-Vilsen. Gastgeber Horst Wiesch, der Bürgermeister der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen, in der auch die Geschäftsstelle des Modellvorhabens der Raumordnung (MORO) etabliert ist, brachte in seinen Grußworten den zahlreichen Teilnehmern die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen „mit der größten Museumseisenbahn Deutschlands“ näher. „Wir müssen Ansätze liefern, aber nicht dabei stehen bleiben“, forderte Cord Bockhop, Landrat im Landkreis Diepholz: „Die ‚Regionale Daseinsvorsorge‘ gewährleisten wir durch eine grenzübergreifende Zusammenarbeit mit Kontinuität.“ Dabei solle man nicht feilschen, sondern sich auf Kompromisse einlassen. Die gesundheitliche Versorgung sollte immer auf der Tagesordnung stehen.

Gespannt warteten die Anwesenden im Forum des Schulzentrums Bruchhausen-Vilsen auf Birgit Honé, Staatssekretärin für Regionalentwicklung in der Niedersächsischen Landesregierung: „Ich bin sehr gern gekommen, ich möchte von Ihnen lernen.“ Es gäbe Regionen, die drohten den Anschluss zu verlieren, das sei ein Hauptproblem. „Wir müssen die EU-Mittel ab 2014 effizienter einsetzen und zwar so, dass durch Fördermittel ein größtmöglicher Erfolg erzielt werde.“ Durch die Vernetzung werden in der Daseinsvorsorge wichtige Impulse gegeben. „Eine tolle Leistung, was ihnen in der Bewertung mit MORO gelungen ist“.

Detlef Meyer, Bürgermeister der Samtgemeinde Grafschaft Hoya, bedankte sich als Vorsitzender der Regionalversammlung bei Staatssekretärin Honé für die bereits zugesagte Unterstützung aus dem Land Niedersachsen.

Das bundesweite Aktionsprogramm „Regionale Daseinsvorsorge – der richtige Weg der Zukunftsgestaltung“ wurde von Prof. Dr. Peter Dehne, Hochschule Neubrandenburg, eingehend aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet. Einwohnerzahlen sinken, der Wettbewerb zwischen den Regionen zeige ein Nebeneinander von Wachstum und Schrumpfung. Verzeichnet werde eine sinkende Mobilität im ländlichen Raum, eine flächendeckende medizinische Versorgung werde immer schwieriger. „Im Gegensatz sind Großstädte wieder Wachstumsmotoren.“ Regionalstrategie sei eine Methode und kein Modellvorhaben, es gebe immer wieder eine Lösung und immer wieder neue Themen, sagt der Wissenschaftler. Er empfiehlt eine Konzentration auf die großen Themen: „Gesundheit, Mobilität und Siedlung.“

Peter Dehne zählt auch das Thema „Wohnen und Lebensqualität im Alter“ dazu. „Die Daseinsvorsorge ist ein Schlüssel für die Zukunft, nicht in vier Jahren, sondern voraussehend in 20 Jahren.“ Über Beiträge galten den Themen „Hausärztliche Versorgung“ (Andreas Götz, Bürgermeister Flecken Steyerberg), „Ausgestaltung der regionalen Mobilität“ (Martin Franke, Bürgermeister Stadt Rehburg-Loccum), „Leerstandsmanagement“ (Matthias Sonnwald, Samtgemeinde Marklohe).

Das Fazit von Detlef Meyer, bevor sich alle einem kleinen Imbiss zuwandten: „Die Kommunen sind viel enger zusammengerückt, eine wichtige Erfolgsvoraussetzung für die Gestaltung und Sicherstellung der regionalen Daseinsvorsorge“.

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Erstellt:
21. April 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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