Aktienkauf besiegelt (von links): Knut Hallmann, Johannes Schlemermeyer (Avacon), Friedrich Leseberg, Bernd Heckmann, Rena Hinze (beide Avacon). Gemeinde Steimbke

Aktienkauf besiegelt (von links): Knut Hallmann, Johannes Schlemermeyer (Avacon), Friedrich Leseberg, Bernd Heckmann, Rena Hinze (beide Avacon). Gemeinde Steimbke

Steimbke 07.06.2019 Von Die Harke

Rendite statt Inflation

Gemeinde Steimbke kauft nicht frei handelbare Avacon-Aktien

Mit einer Unternehmensbeteiligung am Netzbetreiber Avacon will die Gemeinde Steimbke langfristig ihren Haushalt entlasten. Die Gemeinde investiert rund 150.000 Euro. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung: Als die Gemeinde seinerzeit das Gewerbegebiet „Am Koppelberg“ verkaufte, mahnte Verwaltungschef Knut Hallmann eine „kluge Investition“ des Erlöses an: Ein großer Teil der Einnahmen aus dem Verkauf sei in die Verbesserung der Infrastruktur, der Rest in die Rücklage geflossen. Dort werde das Geld aber, angesichts dauerhaft niedriger Zinsen, langsam von der Inflation „gefressen“. Als Steimbker Gemeindedirektor habe Hallmann deshalb nach einer Möglichkeit gesucht, wenigstens einen Teil der Rücklagen so zu investieren, dass sich – ohne hohes Risiko – Erträge generieren lassen würden.

Im Gespräch mit Bernd Heckmann von der Avacon habe sich eine Lösung geboten: Ein Teil des Unternehmenswerts des Netzbetreibers ist in nicht frei handelbaren Aktien dargestellt. Für diese Investition habe Hallmann im Rat einige Überzeugungsarbeit leisten müssen, berichtete Steimbkes Bürgermeister Friedrich Leseberg: „Aktien haben nicht bei jedem einen guten Ruf. Und wir wollen nicht zocken!“

Doch darum gehe es auch nicht, erklärte Knut Hallmann: „Es handelt sich nicht um ein Spekulationsobjekt, sondern um eine langfristige Anlage mit einer vorzeigbaren Rendite. Diese Rendite soll uns jährlich Geld in die Kasse spülen. Wir parken unsere Rücklage also nicht nur, sondern haben sie sinnvoll investiert, bis wir das Geld gegebenenfalls anderweitig benötigen.“ In diesem Fall könne man das Aktienpaket zurückverkaufen.

Dass die Gemeinde Steimbke überhaupt die Möglichkeit zum Kauf bekommen habe, habe man, so Hallmann, der „langjährigen guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit“ zu verdanken: „Diese Aktien sind begehrt.“ Gemeinsam mit 80 Kommunen und Landkreisen halte die Gemeinde nun 38,5 Prozent der Unternehmensanteile.

Und die gute Zusammenarbeit allein hätte nicht einmal gereicht. Es brauchte auch eine Portion Glück: Hätte nämlich eine andere Kommune ihr Paket nicht zurückverkauft, wäre die Gemeinde Steimbke nicht zum Zuge gekommen, heißt es abschließend aus dem Steimbker Rathaus.

Zum Artikel

Erstellt:
7. Juni 2019, 10:19 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 00sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.