Nienburgs Amtsärztin Heike Stiegler kritisiert Jens Spahn und seine Regelung zum Thema „Reiserückkehrer und Corona“. Foto: Pixabay

Nienburgs Amtsärztin Heike Stiegler kritisiert Jens Spahn und seine Regelung zum Thema „Reiserückkehrer und Corona“. Foto: Pixabay

Landkreis 11.08.2020 Von Die Harke

Respekt, Frau Stiegler!

Guten Tag

Schweigen und sich wegducken ist einfach. Unbequeme Wahrheiten zu äußern, erfordert hingegen Mut. Diesen Mut hat Nienburgs Amtsärztin Heike Stiegler jetzt bewiesen: Mit Datum vom 27. Juli hat sie eine E-Mail an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geschrieben.

In der Mail berichtet sie schonungslos von der Arbeitsbelastung des Kreisgesundheitsamtes wegen der Coronapandemie. Und sie macht keinen Hehl daraus, dass sie gar nichts davon hält, dass sich Reiserückkehrer kostenlos auf Covid-19 testen lassen können und ein negativer Test nun gar eine Quarantäne ersetzt.

An der Inkubationszeit von 2 bis 14 Tagen habe sich seit Auftreten des Coronavirus’ nichts geändert. Deshalb sei ein negatives Testergebnis unmittelbar nach Reiserückkehr nur eine Momentaufnahme: „Ein negatives Testergebnis sagt gar nichts darüber aus, ob nicht einen Tag später jemand an Covid-19 erkrankt oder nicht“, schreibt die Amtsärztin dem Minister ins Stammbuch. Das hat offenbar gewirkt: Spahn kündigte an, am Donnerstag mit Stiegler telefonieren zu wollen.

Dass die Amtsärztin in ihrer Mail Klartext spricht, verdient höchsten Respekt. So bekommt ein Bundesminister einen Eindruck davon, was hinter den Kulissen einer Verwaltung geleistet wird.

Ihr Schreiben macht wieder einmal deutlich, dass es „die Verwaltung“ nicht gibt, sondern dass es die dortigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, die unser Gemeinwohl weitestgehend unbemerkt am Laufen halten.

Bitte halten Sie Abstand, damit Sie gesund bleiben..

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Erstellt:
11. August 2020, 04:48 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 41sec

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