Am Sonntag wurden in Rehburg mehrere Hundert Menschen geimpft, die eigentlich erst ab dem 26. April impfberechtigt gewesen wären. Foto: JWK

Am Sonntag wurden in Rehburg mehrere Hundert Menschen geimpft, die eigentlich erst ab dem 26. April impfberechtigt gewesen wären. Foto: JWK

Rehburg-Loccum 19.04.2021 Von Holger Lachnit

Respekt, Herr Franke!

Jede verfügbare Impfdosis muss verimpft werden! Und das so schnell wie möglich. Nur so haben wir eine Chance, die dritte Welle der Coronapandemie zu brechen. Deshalb ist es nicht hinnehmbar, dass Astrazeneca-Impfstoff vorhanden ist, dieser aber nicht verabrecht werden kann, weil das Land Niedersachsen erst ab dem 26. April erlaubt, Unter-70-Jährige zu impfen.

Dies wollte die Rehburg-Loccumer Stadtverwaltung um Bürgermeister Martin Franke nicht hinnehmen und hat deshalb am Sonntag mehrere Hundert Menschen geimpft, die eigentlich erst ab dem 26. April impfberechtigt gewesen wären.

Diese kluge und an der Realität orientierte Vorgehensweise verdient höchsten Respekt. Genauso wie die klaren Worte von Martin Franke, der sagt: „Tatsächlich sind die Vorgaben der Impfstrategie so restriktiv und bürokratisch, dass sie einem erfolgreichen Impffortschritt eher im Wege stehen denn ihn befördern. Es erweckt den Eindruck, als würde nicht die möglichst schnelle Durchimpfung der Bevölkerung das Ziel sein, sondern die Einhaltung bürokratischer Vorgaben, um (vermeintliche) Ungerechtigkeit zu vermeiden.“

Wenn es nicht genug über 70-Jährige gibt, die sich mit Astrazeneca impfen lassen wollen, muss der nächsten Altersgruppe ein Angebot gemacht werden. Das Rehburg-Loccumer Modell sollte Schule machen. Denn es darf nicht dazu kommen, dass auch nur eine einzige Impfdosis vernichtet werden muss.

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Erstellt:
19. April 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 38sec

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