Nikias Schmidetzki. DH

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Kolumnen 11.04.2017 Von Nikias Schmidetzki

Respekt für Begleiter

Wer schon einmal einen Menschen in dessen letzten Lebenstagen begleitet oder nur besucht hat, hat vielleicht eine Idee von dem, was die Mitarbeitenden vom Verein „Dasein Hospiz“ immer wieder aufs Neue leisten. Sie unterstützen Todkranke auf dem Weg zum Sterben und deren Angehörige. Das alles ehrenamtlich, neben einem Job und neben eigener Familie. Dafür braucht es immer wieder neue Kräfte und neue Kraft. Denn mal eben ist so etwas nicht abgehakt. Und jeder muss individuell begleitet werden. Das geht nicht im Akkord.

Es verdient großen Respekt, sich um Sterbende zu kümmern. Zu wissen, dass eine Beziehung, die entsteht, schon nach kurzer Zeit wieder vorbei ist. Auch dafür, dass Begleiter nicht in ihre Familie und den Freundeskreis tragen, was sie durch das Ehrenamt belastet. Das schafft der Verein auch durch regen Austausch und eine professionelles Struktur. Aber auch durch eine positive und humorvolle Einstellung der Mitarbeitenden.

Sie gehen bei aller Ernsthaftigkeit des Themas keineswegs missmutig an die Sache ran, sondern versuchen, etwas Gutes aus jedem Treffen und jedem Gespräch zu ziehen.

Es verdient aber ebenso viel Respekt, zu merken, dass es eben nicht (mehr) geht. Zu erkennen, dass die Hospizbegleitung nicht zu den persönlichen Stärken gehört, oder dass eine Grenze eben erreicht ist. Und deshalb sucht „Dasein“ immer wieder neue Begleiter, die Mitarbeiterinnen selbst schulen – und dabei eigene Erfahrungen weitergeben können.

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Erstellt:
11. April 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 44sec

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