NiWit-Vorsitzender Eckhard Hellmich blickt zurück auf 25 Jahre Städtepartnerschaft Nienburg-Witebsk.

NiWit-Vorsitzender Eckhard Hellmich blickt zurück auf 25 Jahre Städtepartnerschaft Nienburg-Witebsk.

Nienburg 20.08.2016 Von Edda Hagebölling

Respekt vor der ersten Begegnung

25 Jahre Städtepartnerschaft Nienburg-Witebsk: NiWit-Vorsitzender Eckhard Hellmich blickt zurück

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Am 3. September wird zunächst im Rathaus und im Anschluss im Biedermeiergarten am Quaet-Faslem-Haus das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen den Städten Nienburg und Witebsk gefeiert. Einer von insgesamt drei Festrednern ist Eckhard Hellmich. Der Chef des Marion-Dönhoff-Gymnasiums ist seit 2004 Vorsitzender des Vereins Stadt- und Landkreis-Patenschaft Nienburg-Witebsk (NiWit). Im Treffen mit der Harke am Sonntag blickt Hellmich kurz zurück auf eine Partnerschaft, die am 14. Februar 1991 – und damit bereits zwei Jahre nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs – besiegelt wurde.

Dass der Schulleiter seinerzeit gebeten wurde, den Vorsitz des Vereins zu übernehmen, kam nicht von ungefähr. „Im Mittelpunkt der Partnerschaft standen stets die Jugendbegegnungen“, so Hellmich. Außerdem gab es zu diesem Zeitpunkt zwischen seiner Schule und dem Gymnasium Nummer 2 in Witebsk bereits eine Schulpartnerschaft.

Nach wie vor Bestand haben die sogenannten Herbstbrücken. Seit 25 Jahren kommen immer wieder andere junge Leute aus der weißrussischen Großstadt Witebsk in die (Klein-) Stadt und den Landkreis Nienburg, um mehr über das Leben im Westen zu erfahren.

Da die künstlerische Ausbildung in den osteuropäischen Staaten von je her einen hohen Stellenwert hatte, spielten sich diese Begegnungen häufig im kulturellen Bereich ab. Noch gut erinnert sich Hellmich an die Sommerkunstschule im OS-Gebäude am Nordertorstriftweg, an den Studentenaustausch zwischen der HVHS Loccum und der Universität in Witebsk, an Kontakte zur GalerieN und zur Musikschule, an Theater- und Stadtführungen, an den Auftritt des Jugendtanzensembles Zorka oder des Militärorchesters aus Witebsk.

Noch ganz frisch ist die Erinnerung an die Geschichtswerkstatt. Auf Initiative des Kirchenkreises hatten junge Leute aus Stadt und Kreis in den zurückliegenden Sommerferien dabei geholfen, ein jüdisches Gräberfeld in der Nähe von Witebsk zu reinigen. Die Jugendlichen sind nach Auskunft von Eckard Hellmich so begeistert zurückgekehrt, dass sie sich im nächsten Jahr gerne wieder auf den Weg machen möchten.

Dass die Begegnungen trotz der unterschiedlichen politischen Ausrichtungen im Großen und Ganzen recht unproblematisch vonstatten gehen konnten, lag auch daran, dass der Verein stets gute Kontakte zum Auswärtigen Amt und zur Weißrussischen Botschaft in Berlin unterhielt. „50 bis 60 Euro fürs Visum hätten sich viele junge Leute in Witebsk nicht leisten können, mit den von uns ausgehandelten Konditionen für ein Sammelvisum war jedoch sichergestellt, dass die interkulturellen Begegnungen nicht am Geld scheitern mussten.

Gute Verbindungen unterhielten die Nienburger außerdem zu Frankfurt/Oder, ebenfalls Partnerstadt von Witebsk, und der Kleinstadt Verl (bei Paderborn). Der Schüleraustausch zwischen der weißrussischen Kunstschule Marc Chagall und dem Verler Gymnasium besteht ebenfalls seit 25 Jahren.

Maßgeblich unterstützt wird Eckard Hellmich in seiner Arbeit als Vereinsvorsitzender auf Nienburger Seite von Dr. Barbara Brandes und Gerd-Jürgen Groß. Auf Witebsker Seite erweist sich nach wie vor Sergej Galuso als wertvoller Mitstreiter.

Dass Witebsks ehemaliger Bürgermeister Wladimir Pelogejko beim Festakt in Nienburg ebenfalls auf der Rednerliste steht, dürfte Hellmich besonders freuen.

Gefragt, ob ihm eine Begegnung besonders gut in Erinnerung geblieben ist, musste der Vorsitzende sofort an sein erstes Treffen mit Pelogejko, damals Oberbürgermeister von Witebsk, denken.

„Als junger Schulleiter eines Gymnasiums, das damals noch Hindenburgschule hieß, hatte ich schon ganz schön Respekt vor diesem Treffen. Doch sehr schnell merkte ich in diesem von großer Freundlichkeit geprägten Gespräch, dass wir ein gemeinsames Ziel verfolgten: Vorurteile abbauen und einer gemeinsamen Zukunft entgegenblicken“, so Hellmich. Der Oberbürgermeister sei dann aber sehr zu seinem Bedauern schon früh in den Ruhestand verabschiedet worden.

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Erstellt:
20. August 2016, 21:00 Uhr
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