Diskutierten auch in den kurzen Sitzungspausen über das Thema Weidetierschutz- Dr. Frank Schmädeke (CDU), Axel Brammer (SPD) und der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies. Foto: Büro Schmädeke

Diskutierten auch in den kurzen Sitzungspausen über das Thema Weidetierschutz- Dr. Frank Schmädeke (CDU), Axel Brammer (SPD) und der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies. Foto: Büro Schmädeke

Landkreis 19.12.2019 Von Die Harke

Rodewalder Wolfsrudel als Praxisbeispiel

Landtag diskutiert Weidetierschutz / Abgeordneter Schmädeke nennt Zahlen aus dem Landkreis Nienburg

In einer emotionalen und nicht immer sachlichen Debatte diskutierte am Mittwochmorgen der niedersächsische Landtag in der aktuellen Stunde über mehr Weidetierschutz. Der heimische Abgeordnete Dr. Frank Schmädeke (CDU) führte als Beispiel Zahlen und Fakten aus dem Landkreis Nienburg an, um zu verdeutlichen, dass ein besseres Wolfsmanagement als wirksamster Schutz zügig vorangebracht werden müsse. Das Rodewalder Wolfsrudel bestehe aktuell aus zwölf Tieren. Zwei Elterntiere (darunter der zum Abschuss freigegebene Rüde), drei Jährlinge aus 2018 und sieben fast ausgewachsene Welpen aus 2019. Mit Blick auf die Vermehrungsrate seien die immer angeführten 30 Prozent für das Lichtenmoor damit deutlich überschritten. Fehlendes „Wolfsmanagement“ habe dort dazu geführt, dass dieses auffällige Rudel sich so stark vermehren konnte, heißt es in einer Mitteilung des Abgeordneten.

Schmädeke berichtete ausführlich vom Engagement der Niedersächsischen Landesregierung in Richtung des Bundes, der durch eine Änderung im Bundesnaturschutzgesetz eine allgemeine Verordnung zum erleichterten Abschuss von Wölfen möglich machen müsse, um in Niedersachsen ein erfolgreiches Wolfsmanagement einführen zu können. Die alternative „Einzäunung der gesamten Kulturlandschaft“, so der Abgeordnete weiter, sei keine Option. Fast 1000 Kilometer wolfssichere Zäune nach Möglichkeit mit einer Höhe von bis zu 1,40 Metern und vielleicht noch einem darüber angebrachten Flatterband seien eine Zumutung, die ernsthaft niemand haben wolle.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies verteidigte den Ansatz der Landesregierung, den Abschuss zu Erleichtern und verwies auf die intensiven, wenn auch zu zögerlichen Beratungen im Bundestag. Am späten Nachmittag erreichte die Abgeordneten dann die Nachricht, man habe sich in Berlin endlich darauf geeinigt, das Bundesnaturschutzgesetz zu ändern: Der Entwurf der Novelle sieht vor, einen neuen Paragrafen zum Umgang mit dem Wolf einzufügen, sodass künftig der Abschuss von Wölfen in begründeten Fällen erleichtert werde. Auch die Jagdberechtigten sollen die Möglichkeit bekommen, bei der Entnahme von Wölfen mitzuwirken und damit die Schadschwelle herabzusetzen. Zudem sei geplant, die Tötung von Wölfen auch dann zu ermöglichen, wenn nicht eindeutig klar ist, welcher Wolf des Rudels gerissen hat. Der Gesetzesentwurf regelt außerdem, dass auch Schäden von Wölfen an Weidetieren von Hobbyhaltern eine Begründung dafür darstellen, dass ernster wirtschaftlicher Schaden droht.

„Durch das starke Anwachsen der Wolfspopulation ist es in ländlichen Gebieten vermehrt zu Konflikten gekommen. Durch das neue Gesetz will die Bundesregierung die Grundlage dafür schaffen, dass nicht nur Weidetierhalter geschützt werden, sondern auch einzelne, kleine Hobbyhalter Berücksichtigung finden. Diese Gesetzesänderung stärkt endlich die Mitwirkungsmöglichkeiten der Jäger beim Wolfsmanagement“ kommentiert Frank Schmädeke die Nachricht. „Sie schützt die Bürger, hilft beim Schutz der Weidetiere und gleichzeitig fördert sie die Akzeptanz der Wiederansiedlung der Wölfe in unserem Land“, heißt es abschließend.

Zum Artikel

Erstellt:
19. Dezember 2019, 19:03 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Themen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.