Mit insgesamt 25.000 Euro zeichnete die Präsidentin des Rotary Clubs Nienburg-Neustadt, Ina Plinke (links), im Rahmen des Jubiläumsprojekts anlässlich des 50-jährigen Bestehens sechs ehrenamtliche Projekte aus. Foto: Schäfer

Mit insgesamt 25.000 Euro zeichnete die Präsidentin des Rotary Clubs Nienburg-Neustadt, Ina Plinke (links), im Rahmen des Jubiläumsprojekts anlässlich des 50-jährigen Bestehens sechs ehrenamtliche Projekte aus. Foto: Schäfer

Landkreis 12.06.2021 Von Die Harke

Rotary Club spendet 25.000 Euro für herausragende Projekte

50 Jahre Einsatz für den guten Zweck: Der Club Nienburg-Neustadt zeichnet besondere Jubiläumsprojekte aus

Der Rotary Club Nienburg-Neustadt ist 50 Jahre alt geworden und hat ganz viele Menschen in der Region beschenkt, in dem mehrere Vereine Spenden erhalten haben.

Es war die erste Gelegenheit des von Corona geprägten Jahres, die der Rotary Club Nienburg-Neustadt sogleich nutzte, und sie wurde für sechs ehrenamtlich besonders engagierte Projekte zu einem besonderen Freudentag in schwieriger Zeit. Mit Hygienekonzept und auf einer großen Bühne unter freiem Himmel im Amtsgarten des Schlosses Landestrost in Neustadt zeichnete der Club bei bestem Sommerwetter anlässlich seines 50-jährigen Bestehens herausragende Projekte aus, die die wesentlichen rotarischen Aufgabenbereiche in hervorragender Weise abbilden.

„Im Mittelpunkt stehen ehrenamtliche Vorhaben, stehen Menschen, die sich für die Gesellschaft und das Miteinander vorbildlich engagieren. Sie setzen sich für andere ein, um Menschen in besonderen Notlagen zu unterstützen, um für den Frieden zu arbeiten oder um Umwelt und Natur zu bewahren. Rotary hilft mit dem Jubiläumspreis, diese guten Ideen zu verwirklichen“, erläuterte Club-Präsidentin Ina Plinke (Neustadt) in ihrer Begrüßung die Motivation für den Preis.

Sechs Auszeichnungen mit Preisgeldern

Aus ursprünglich fünf gedachten Preisen hat eine unabhängige Jury dann sogar sechs Auszeichnungen mit Preisgeldern von insgesamt rund 25.000 Euro werden lassen, weil die herausragenden Projekte in der Bewertung dicht beieinander lagen.

Im rotarischen Schwerpunktbereich „Frieden und Konfliktprävention“ ging die Auszeichnung an das Jugendkunstprojekt des Vereins Pulverfabrik Liebenau. „Die Idee des Projektes besteht in einer künstlerischen Auseinandersetzung von Jugendlichen aus Belarus, Deutschland und der Ukraine mit dem 2. Weltkrieg, der NS-Verfolgung und der NS-Zwangsarbeit. Jeweils sieben Teilnehmer aus den drei Ländern erfuhren so viel über die Geschichte der NS-Zwangsarbeit in der Pulverfabrik. Dabei lernten sie auch die jeweils anderen Kulturen kennen und schätzen“, begründete Laudator Günter Rahlfs die Auszeichnung. Für die so entstandenen 64 Originalgemälde in der Gedenkstätte Liebenau können hochwertige Rahmen und eine Begleitbroschüre in den drei Sprachen entstehen.

Aus dem zweiten Schwerpunktbereich Familie und Gesundheit als Jubiläumsprojekt ausgezeichnet wurde der Verein Dasein-Hospiz für sein Projekt „KinderTrauerArbeit“: Kinder, die ein Elternteil oder eine andere Bezugsperson verloren haben, erhalten außerhalb der Familie Unterstützung.

Kindern helfen, Verluste zu überwinden

„Die Kinder bekommen Informationen zum Thema Tod, sie sollen erfahren, dass sie mit ihren Gefühlen nicht alleine sind und ihnen soll ein Ort gegeben werden, an dem sie Gefühlen und Gedanken freien Lauf lassen können. Ziel ist es, den Kindern zu helfen, den Verlust und die damit einhergehenden Gefühle zu bewältigen“, begründete Laudatorin Stefanie Lohmeyer die Entscheidung. Ein besonderes Projekt, das die zahlreichen Teilnehmer des Festaktes einmal mehr daran erinnerte, wie wichtig in pandemiegeplagten Zeiten eine Unterstützung der Schwächsten, nämlich der Kinder, ist.

Im dritten Schwerpunktbereich Bildung setzte sich Kai Rätzel mit seiner geplanten Fahrradreparatur-Lernwerkstatt an der IGS Nienburg durch. „Praxisnahe Bildung, Bewegung im Alltag, Umweltschutzerziehung und die Bestätigung für Kinder und Jugendliche, selbst etwas geschafft zu haben, wenn sie das Fahrrad repariert haben, das zeichnet dieses Projekt besonders aus“, begründete Laudator Sebastian Sonntag, als Schulleiter besonders vom Fach, die Entscheidung der Jury.

Im vierten Schwerpunktbereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit gab es gleich zwei Gewinner, da die Jury zwei Projekte als gleichwertig ansah: Das Projektteam „Insektenfreundliches Dorf“ Binnen um Jorunn Wissmann ist zum Wohle der Insekten und des Artenschutzes aktiv. „Gemeinschaftsaktionen und Öffentlichkeitsarbeit haben in kurzer Zeit zu sichtbaren Ergebnissen und vielen Mitstreitern im Dorf geführt, selbst die Kleinsten in der örtlichen Kita haben spielerisch das Leben der Insekten kennengelernt“, zeigte sich Birgit Hammerich in der Laudatio vom Ergebnis begeistert. Ebenso ausgezeichnet wurden Tim Tiedemann und der Dörpsverein Hauskämpen für ihren „Lehrpfad heimische Tierwelt“.

Für Bildung und Nachhaltigkeit werben

Der Verein will zusammen mit der Jagdgenossenschaft und den Kindern vor Ort direkt am Dörpshus neben dem Fahrradweg zwischen Essern und Warmsen nicht nur für Fahrradtouristen einen Lehrpfad mit Holzschautafeln errichten, auf denen die heimische Tierwelt erklärt wird. „Mit dem Naturlehrpfad nutzt der Verein die Chance, für die Themen Bildung und Nachhaltigkeit zu werben und Verständnis für die heimische Tierwelt, deren Bedürfnisse und Lebensweisen zu schaffen“, erklärte Laudatorin Barbara Weissenborn die Entscheidung.

Im fünften Schwerpunktbereich setzte sich der „Interkulturelle Gemeinschafts-Pavillon“ durch. Der Sprotte-Verein will gemeinsam mit dem Verein „Menschen helfen Menschen“ und den Einwohnern des Stadtteils Lehmwandlung der Stadt Nienburg, die aus 23 Nationen stammen, einen wettergeschützten Treffpunkt für jung und alt schaffen.

„Rotary ermöglicht es, die notwendigen Materialien zu beschaffen, damit Menschen über Kultur- und Altersgrenzen hinweg gemeinsam etwas erschaffen können, was sie dann nach Fertigstellung ebenfalls gemeinsam für Freizeit und Erholung nutzen und sich außerdem an den neu entstandenen blühenden Naturoasen in den Hochbeeten erfreuen können, die zugleich noch Bienen und anderen Insekten eine Nahrungsquelle bieten“, begründete Laudator Holger Spreen die Entscheidung für ein Projekt im besten rotarischen Sinne.

Der Rotary Club Nienburg-Neustadt wird sich im kommenden Jahr ein persönliches Bild von den dann verwirklichten Projekten machen.

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Erstellt:
12. Juni 2021, 16:15 Uhr
Lesedauer:
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