Hauptmann Stefan Meyer bleibt der „Joint Cooperation“ auch als Reservist treu.Foto: Baade / MN CIMIC Cmd

Hauptmann Stefan Meyer bleibt der „Joint Cooperation“ auch als Reservist treu.Foto: Baade / MN CIMIC Cmd

Nienburg 18.10.2020 Von Die Harke

Rückblick auf 37 Dienstjahre

Hauptmann Stefan Meyer ist auch als Ruheständler bei der „Joint Cooperation“ gefragt

Gegen die Pensionierung kann sich kein Soldat wehren. Auch nicht Hauptmann Stefan Meyer (56), der in diesem Jahr nach 37 Dienstjahren die besondere Altersgrenze für den Soldatenberuf überschritten und somit den aktiven Dienst verlassen hat.

Mehr als die Hälfte davon, knapp 19 Jahre, hat er bei verschiedenen CIMIC-Dienststellen im In- und Ausland verbracht, überwiegend am Multinational CIMIC Command (MN CIMIC Cmd) und dessen Vorgängerverbänden in Nienburg.

2001 war er einer der ersten neun Soldaten, die das Vorauskommando des damaligen CIMIC-Bataillons 100 in der Clausewitz-Kaserne bildeten. Meyer erinnert sich: „Als wir am Kasernentor ankamen, wusste keiner, wer wir waren und was wir wollten. Niemand dachte daran, dass aus diesen kleinen Anfängen einmal ein Kompetenzzentrum von internationalem Rang werden würde.“

CIMIC ist die Abkürzung für Civil-Military Cooperation, englisch für Zivil-Militärische Zusammenarbeit. Hauptmann Meyer beschreibt seine Arbeit als CIMIC-Soldat so: „Ich bin wie eine Spinne im Netz. Meine Aufgabe ist es, Verbindungen herzustellen und Leute aus verschiedenen Bereichen zusammenzubringen.“

Seine Kameradinnen und Kameraden nennen ihn „Mister Joint Cooperation“, weil er diese Übung besser und länger kennt als jeder andere. Er beschreibt, wie es anfing: „2006 mussten wir rund um Nienburg einen Trainingszirkel für eine nationale Zertifizierung unserer Dienststelle aufbauen, die mittlerweile CIMIC-Zentrum hieß. Im gleichen Jahr folgte eine internationale Zertifizierung im Rahmen einer NATO-Großübung auf den Kapverdischen Inseln, an der wir mit 30 Soldaten teilnahmen.“

Aus dem Grundgedanken dieses Trainingszirkels, angereichert mit vielen nationalen und internationalen Erfahrungen aus unterschiedlichen Einsatzbereichen von CIMIC, sei 2009 die erste „Joint Cooperation“ geplant worden, zunächst nur auf nationaler Ebene. 2011 und 2013 kam Österreich hinzu, und seit 2014 findet die Übung jedes Jahr unter wachsender internationaler Beteiligung statt. 2019 waren es 23 Nationen.

Zwischendurch sammelte Meyer Erfahrungen in Auslandseinsätzen im Kosovo, und in Afghanistan sowie an internationalen CIMIC-Dienststellen in den Niederlanden, Belgien, Spanien, Kanada und den USA. Er arbeitete mit vielen CIMICern rund um die Welt zusammen und war an der Entwicklung nationaler und internationaler CIMIC-Dokumente beteiligt.

Als er 2012 nach Nienburg zurückkehren durfte, freute er sich: „Damit hat sich für mich der Kreis geschlossen.“ Bis 2016 leitete er hier das Sachgebiet Einsatz. Dann kam er in das Organisationsteam der „Joint Cooperation“, wo er seitdem für das Gesamtkonzept zuständig war: „Parallel zur laufenden Übung wird schon die nächste vorbereitet. Bis Weihnachten steht das neue Grundszenario, und dann geht es an die Einzelheiten.“

Bei diesem Erfahrungsschatz ist Meyer auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst weiterhin für die „Joint Cooperation“gefragt. So ist er auch 2020 wieder dabei – als Reservistendienstleistender.

Stefan Meyer ist im Landkreis Nienburg fest verwurzelt und seit vielen Jahren auch als Kommunalpolitiker auf verschieden Ebenen aktiv. Ganz im Sinne von CIMIC ist er ein Bindeglied zwischen Militär und Zivilbevölkerung.

In Hoya geboren, zog er 1993 nach Calle (Bücken), wo seine Familie auch während seiner verschiedenen Auslandsverwendungen blieb. Als Reservist will er dem MN CIMIC Cmd noch lange treu bleiben: „Zwischendurch mache ich mal vier bis sechs Wochen Pause, und dann komme ich, so lange das gewünscht ist, wieder.“

Zum Artikel

Erstellt:
18. Oktober 2020, 17:42 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 37sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.