Matthias Brosch DH

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Guten Tag 06.02.2019 Von Matthias Brosch

Rückzugsräume für Frauen

Die Arbeit von Gleichstellungsbeauftragten wird gern belächelt. 76227 wurde jetzt deutlich, dass die Expertise den Beratungen und Planungen sehr gut tun kann. Sarah Peters gab eine Stellungnahme zur Planung der Obdachlosenunterkunft ab, die auf Gegebenheiten hinwies, die beim Neubau und Konzept beachtet werden sollten. „Je nach Statistik schwanken die Zahlen wohnungs- und obdachloser Frauen* zwischen 25 und 30 Prozent. Das heißt, circa ein Viertel der obdachlosen Menschen ist weiblich*. Eine geplante Unterkunft muss dementsprechend auch die Bedürfnisse von Frauen* berücksichtigen“, schrieb sie.

Allgemein bekannt sei, dass sich die Gründe für Obdachlosigkeit bei den Geschlechtern an einigen Punkten unterschieden: So seien zum Beispiel alleinerziehende Frauen überdurchschnittlich häufig von Wohnungslosigkeit betroffen. „Allerdings ist die Wohnungslosigkeit hier oft unsichtbar, da Frauen* auf der einen Seite in der Regel in sozialen Strukturen leben, die es ihnen ermöglichen – zumindest zeitweise – bei Freund*innen unterzukommen, sich aber auf der anderen Seite nicht selten in Abhängigkeits- und/oder Missbrauchsverhältnissen begeben, in denen sie zu sexuellen Gefälligkeiten genötigt werden.“ Diese versteckte Wohnungslosigkeit sei auch damit begründet, dass wohnungs- oder obdachlose Frauen männlich dominierte Sammelunterkünfte häufig mieden oder nicht in Betracht zögen.

Sarah Peters forderte unter anderem, Räume für Frauen zu schaffen, in denen die Intimität gewahrt werden könne. Und es ebenfalls zu ermöglichen, zum Beispiel Kinder mit unterzubringen.

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Erstellt:
6. Februar 2019, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 41sec

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