Landkreis 14.06.2017 Von Die Harke

SPD-AG 60plus fordert Zuwanderungsgesetz

Vorsitzender Bernd Brieber sagt: „Fördern und Fordern muss auch für Flüchtlinge gelten“

Die SPD-AG 60 plus fordert von der Bundespolitik, endlich ein Zuwanderungsgesetz zu schaffen. „Es soll erlauben, diese Menschen hier zu behalten“, teilt die AG mit: „Wenn man sich mit dem demographischen Wandel ernsthaft beschäftigt, ist diese Forderung auch aus Eigennutz nötig: Wir brauchen sie.“ Integration ist nach AG-Angaben noch längst nicht bewältigt. „Ohne die unzähligen ehrenamtlichen Helfer wären die Programme zur Eingliederung schon lange zusammengebrochen“, heißt es seitens der Genossen. Die Mitglieder der AG sind sich nach eigenen Worten darüber einig, dass das bestehende Asylrecht ein hohes Gut sei, das nicht eingeschränkt werden dürfe.

Vorsitzender [DATENBANK=601]Bernd Brieber[/DATENBANK], der als ehrenamtlicher Lernhelfer für Flüchtlingskinder täglich an der Grundschule Marklohe tätig ist, berichtete in seinem Vortrag über seine Erfahrungen mit den Flüchtlingen. Ein Teil sei bemüht, sich in Deutschland einzugliedern, sagte Brieber: „Sie lernen eifrig deutsch, wollen möglichst schnell eine Arbeitserlaubnis erhalten, nehmen Anteil am Schulbesuch ihrer Kinder und versuchen, sie mit deutschen Kindern auch über den Sport in Kontakt zu bringen.“

„Können wir es uns wirklich leisten, diese Flüchtlingsfamilien wieder wegzuschicken?“

Es gibt laut Brieber eine andere Gruppe Flüchtlinge, die Ansprüche stelle, ohne etwas für die Integration zu tun. Brieber fordert nach eigenen Worten, dass der für deutsche Arbeitssuchende geprägte Grundsatz „fördern und fordern“ auch für Flüchtlinge gelten muss. Die Politik müsse Sanktionen finden für diejenigen, die nicht bereit seien, Deutsch zu lernen, die ihre Kinder beim Schwimmunterricht oder Klassenausflügen zu Hause behielten, sie von deutschen Kindern fernhielten und jede Form von Anpassung verweigerten.

Es gibt eine dritte Gruppe, mit der sich die AG beschäftigt hat: Das ist die Gruppe von Flüchtlingen, die intensiv Deutsch gelernt hat, in der sich die Erwachsenen zum Teil ehrenamtlich einbringen, die auf eine Arbeitserlaubnis warten, deren Kinder in der Schule so intensiv mitarbeiten, dass eine höhere Schulbildung möglich erscheint und die Deutschland wieder verlassen müssen, weil sie nicht alle Bedingungen des Asylrechts erfüllen. Die AG bemängelt nicht nur die zum Teil unmenschlichen Verfahren der Abschiebung, sie fragt auch: „Können wir es uns wirklich leisten, diese Flüchtlingsfamilien wieder wegzuschicken?“

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Erstellt:
14. Juni 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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