Sada will ihre Geschichte mit anderen Kindern teilen. Mühlenkreiskliniken

Sada will ihre Geschichte mit anderen Kindern teilen. Mühlenkreiskliniken

Bad Oeynhausen 10.05.2019 Von Die Harke

Sada hat einen Traum

Mediziner operieren 15-jährige Schülerin an stark deformierten Füßen

Sada ist eine typische 15-Jährige. Sie ist aufgeweckt, hat ein freudiges Lächeln und liebt es, Zeit mit ihren Freundinnen zu verbringen. Aber zwei Dinge gibt es, die sie von etlichen Gleichaltrigen unterscheiden: ihre Krankengeschichte und ihr fast grenzenloser Optimismus. Vor etwas mehr als zwei Jahren kam Sada, die in Serbien aufgewachsen ist, zum ersten Mal in die Sprechstunde von Dr. Christina Oldenburg, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie mit der Zusatzweiterbildung Kinderorthopädie. Seit 2009 bietet die Medizinerin in der Klinik für Unfallchirurgie eine kinderorthopädische Sprechstunde an. Seit 2017 ist die Kinderorthopädie ein eigenes Departement der Klinik für Unfallchirurgie, das eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem SPZ am Johannes-Wesling-Klinikum Minden pflegt.

Dessen Leiter Armin Pampel war es, der Sada bei Dr. Oldenburg vorstellte. Ihre Füße waren so stark deformiert, dass sie kaum noch gehen konnte. Ursächlich dafür war eine Erkrankung des Nervensystems, eine sogenannte Polyneuropathie als Grunderkrankung. „Wir haben beide überlegt: Was können wir tun, damit Sada wieder laufen kann?“, erzählt Oldenburg. Mit spezieller Orthesen gelang es zunächst, Sada ihre Selbstständigkeit zurückzugeben. Doch die Fußfehlstellung war damit nicht aufzuhalten. Sie verschlimmerte sich, bis sie mit Orthesen nicht mehr versorgbar war. „Sada und ihre Eltern waren verzweifelt“, erinnert sich die Medizinerin. Mit Dr. Mirko Schneider, dem Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Orthopädische Chirurgie am Krankenhaus Bad Oeynhausen, entwickelte die Kinderorthopädin ein operatives Konzept. Ziel war es, mit einem möglichst kleinen operativen Eingriff eine Verbesserung der Lebensqualität zu erzielen. „Einen so schwer deformierten Fuß hatten wir hier in zehn Jahren noch nicht operiert“, erinnert sich Oldenburg.

Im Juni 2018 wurden in einer fast fünfstündigen Operation die Fehlstellungen bei Sadas rechtem Fuß korrigiert. Ein halbes Jahr später war der linke Fuß an der Reihe. Noch im OP-Saal wurden Gipsabdrücke für die Orthesen genommen, ohne die sie auch künftig nicht auskommen wird. Aber das bremst die Schülerin nicht: „Hauptsache, ich kann wieder laufen.“

Die Zeit, die hinter ihr liege, habe sie stark gemacht, sagt Sada: „Ich habe Schmerzen gehabt, aber ich habe durchgehalten, weil ich wollte, dass es mir besser geht.“ Ihre Familie, ihre Freundinnen und ihr Umfeld hätten ihr Kraft gegeben. Sada ist den Medizinern, Orthopädietechnikern und Pflegekräften sehr dankbar. „Ohne sie hätte ich es nicht geschafft.“ Ganz am Ziel ist Sada noch nicht, auch wenn inzwischen alles gut verheilt ist und die Füße voll belastbar sind. „Jetzt geht es ins Trainingslager“, erläutert Dr. Oldenburg: Eine stationäre Reha ist geplant, um Muskeln aufzubauen. Danach sollen auch die Fehlstellungen an Sadas Händen noch korrigiert werden.

Dass es nicht leicht wird, weiß die 15-Jährige. Aber nach den bisherigen Erfahrungen blickt sie voller Zuversicht und Selbstvertrauen nach vorn. „Ich weiß, was ich schon überstanden habe.“ Später einmal möchte sie gern Logopädin werden oder vielleicht Psychologin, um anderen Menschen zu helfen. Schon jetzt will sie mit ihrer Geschichte anderen Kindern, denen es vielleicht ähnlich geht, Mut machen: „Ich möchte ihnen sagen, dass sie nicht aufgeben sollen. Sie sollen an sich glauben und für ihren Traum kämpfen – dann schafft man alles. Und sie sollen nicht versuchen, so zu sein, wie es die anderen wollen. Jeder Mensch ist perfekt, wie er ist.“

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Erstellt:
10. Mai 2019, 08:09 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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