Saison-Aus für Serdar - Schalke-Coach Wagner unter Druck

Saison-Aus für Serdar - Schalke-Coach Wagner unter Druck

Verletzte sich gegen Augsburg schwer: Schalkes Suat Serdar. Foto: Martin Meissner/AP-Pool/dpa

Nach glänzender Hinrunde mit Platz fünf und Tuchfühlung zur Spitzengruppe ergeht es dem 48 Jahre alten Fußball-Lehrer wie vielen seiner Vorgänger. Er stürzt böse ab mit einem Team, das immerhin rund 100 Millionen Euro pro Saison verschlingt.

Ausgerechnet in der ohnehin schon vertrackten Lage kommt nach Benjamin Stambouli und Omar Mascarell in Suat Serdar noch ein Langzeit-Verletzter hinzu. Und auch für Amine Harit ist ein Einsatz nicht möglich. Der 23-jährige Serdar erlitt beim 0:3 gegen Augsburg am Sonntag eine schwere Verletzung am linken Knie. „Er hat einen knöchernen Außenbandanriss in Höhe des Wadenbeinköpfchens“, sagte Wagner am Dienstag in einer virtuellen Pressekonferenz. Dass ihm erneut ein Stütze wegbricht, ist ein weiterer Nackenschlag. Zumal Serdar sich nach zwei anderen Verletzungen gerade erst wieder herangekämpft hatte.

„Dass das nicht schön ist, ist selbsterklärend. Wenn in Amine und Suat die torgefährlichsten Spieler fehlen, macht es natürlich auch mit der Mannschaft etwas. Aber es geht nicht darum, das in die Fokus zu stellen“, sagte Wagner. „Unabhängig davon müssen wir den Spielern Lösungen anbieten, damit sie wieder Erfolgserlebnisse haben. Wir müssen die vielen individuellen Fehler abstellen und torgefährlicher werden, sonst wird es schwierig zu punkten oder Spiele zu gewinnen.“

Seit neun Spielen sind die Königsblauen bei einem katastrophalen Torverhältnis von 2:22 ohne Sieg. Ganze vier Tore und ein Erfolg gelangen dem Wagner-Team nach der Winterpause. Corona hin oder her, Verletzungspech hin oder her - das ist die traurige Bilanz einer Mannschaft, die 2020 kaum noch ihre Bundesligatauglichkeit unter Beweis zu stellen vermochte und die schlechteste Serie eines Schalke-Ensembles seit mehr als 20 Jahren einfuhr. Zu lange wurden die fatalen Fakten ignoriert, zu lange die spielerischen Defizite überlagert. Anfangs machte vor allem die Offensive Sorgen, doch längst hat die vollkommene Verunsicherung den gesamten Kader vom Torhüter bis zum Stürmer erfasst. Es kriselt in allen Team-Teilen.

„Die Psyche spielt sicher eine Rolle“, meinte Wagner. Die sportliche Situation gehe nicht spurlos an den Spielern vorbei. Vergleiche mit dem erfolgreichen Team der Hinrunde, hält Wagner für wenig hilfreich: „Die Vergleiche hinken extrem. Wir sind nicht mehr die Mannschaft der Vorrunde, vor allem nicht mit der Art des Fußballs. Denn die Negativerlebnisse haben auch einen Effekt auf das Selbstvertrauen.“

Der ehemalige Profi ist kein Trainer, der in Krisenlagen auf seine Spieler eindrischt oder einzelne herauspickt und öffentlich an den Pranger stellt. Er versucht, sie in Gesprächen wieder aufzurichten, ihnen Mut und Vertrauen zu geben. Doch vielleicht wäre es nun an der Zeit, den Spielern deutlich vor Augen zu führen, dass sie ihren Job so gut es geht professionell erledigen müssen.

Dass die Mannschaft es besser kann, als sie zuletzt zeigte, hat sie mehrfach bewiesen. Ein Motivationsproblem sieht Wagner aber nicht: „Wir müssen Ansätze finden, wieder besser und erfolgreicher Fußball zu spielen. Aber ich bin fern davon, die Mannschaft infrage zustellen, was den Charakter oder den Willen betrifft. Ich kann ja jetzt nicht sagen, es sind alles Pappnasen.“

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