In Dietmar Wischmeyer steckt mehr als nur „Günther, der Treckerfahrer“. Sein neues Soloprogramm bietet Gesellschaftssatire vom Feinsten. Gaby Gerster

In Dietmar Wischmeyer steckt mehr als nur „Günther, der Treckerfahrer“. Sein neues Soloprogramm bietet Gesellschaftssatire vom Feinsten. Gaby Gerster

Nienburg 27.06.2017 Von Die Harke

Satire mit dem „Treckerfahrer“

Dietmar Wischmeyer tritt im Nienburger Theater auf

[DATENBANK=1882]Dietmar Wischmeyer[/DATENBANK] serviert am Samstag, 4. November, um 20 Uhr im [DATENBANK=3566]Nienburger Theater[/DATENBANK] die „Vorspeise zum jüngsten Gericht“ – so der Titel seines aktuellen Programms. Die Insassen des hiesigen Wohlstands-Archipels suhlen sich in ihrer Furcht vor der ungewissen Zukunft. Digitalisierung, Industrie 4.0., Migration und Globalisierung werden vorwiegend als Verlust wahrgenommen. Es zählen nicht die Chancen, sondern Askese und Verzicht werden zur Staatsreligion: nicht mehr rauchen, weniger saufen, kein Fleisch, kein Weizen, kein Atom, keine Kohle, keine Dieselautos, kein Garnichts mehr. Eine Gesellschaft tut Buße, um der endgültigen Bestrafung doch noch zu entgehen. Stilvolles Verwelken vor der Zukunft ist das Credo der satten Gespenster am Ende der Gegenwart.

Doch was tatsächlich geschieht, ist Selbstverwirklichung als Volkskrankheit. Dietmar Wischmeyer lässt die Saturierten und Gestrandeten auf dem alten Seelenverkäufer „Deutschland“ noch einmal zu Wort kommen. Die Art, wie wir heute leben, war schon gestern vorbei, doch morgen werden auch wir es merken. Was wird das für ein Gefühl sein, wenn einem der Pflegeroboter einen Blasenkatheter durch den Harnleiter schiebt? Ist in Zukunft die Erotik eine App auf dem Smartphone? Bringt uns Lieferando dann den Fertigfraß aus okkulten Schmurgelküchen und Sterberando räumt im Herbst den toten Opa ab?

Sieht so unsere Zukunft aus? Unternehmer, Turbo-Landwirte, Pastorinnen, Rentner, Praktikanten, Politiker, Aktivistinnen... der ganz normale Bestand an Insassen dieser Republik erzählt in Wischmeyers Worten vom Verschwinden seiner gewohnten Lebenswelt. Dietmar Wischmeyer zeichnet in seinem neuen Programm „Vorspeise zum Jüngsten Gericht“ ein Sittenbild der Gegenwart als wohligen Grusel vor dem, was kommt.

Karten sind erhältlich an der Theaterkasse im Stadtkontor, Kirchplatz 4 in Nienburg, Telefon (0 50 21) 8 72 64 und 8 73 56 sowie unter www.theater.nienburg.de

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Erstellt:
27. Juni 2017, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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