Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt hat im Moment wenig zu Lachen. Foto: Martin Meissner/AP POOL/AP

Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt hat im Moment wenig zu Lachen. Foto: Martin Meissner/AP POOL/AP

Nienburg 06.07.2020 Von Syam Vogt

Schafft die Relegation ab

Im Stöckser Garten meines Freundes Patrick Fornaçon vernahm man einen lauten Aufschrei, als Bremen Stürmer Yuya Osako den Ball gekonnt in das linke obere Eck beförderte und das so wichtige 1:0 meines Herzensvereins SV Werder Bremen im Kampf um den Klassenerhalt markierte.

Ein noch lauterer Jubel, der wahrscheinlich bis nach Steimbke zu hören war, erklang, als Ex-Werderaner Anthony Ujah den Führungstreffer für den 1. FC Union Berlin gegen die abgestiegene Fortuna Düsseldorf erzielte und somit das Bremer-Tor zur Relegation offenließ. Die nun wirklich allerletzte Chance, die Klasse zu halten, haben die Bremer nur der Schützenhilfe des engagierten Klubs aus der Hauptstadt zu verdanken. Durch die zahlreichen Kisten Bier, die diverse Werder-Fans an die Alte Försterei gekarrt haben, könnte eine Fanfreundschaft entstehen.

Vor und nach dem Endspiel gegen den 1. FC Köln hallte die Hymne der Eisernen durch das Bremer Weserstadion. Noch ist jedoch nichts geschafft und auch durch das magere torlose Remis vom vergangenen Donnerstagabend im Relegationshinspiel zwischen dem SV Werder und dem den 1. FC Heidenheim ist der SVW der erneuten Ligazugehörigkeit keinen großen Schritt näher gekommen. Wenn man die Chance, ein weiteres Jahr in der höchsten deutschen Spielklasse Fußball spielen zu dürfen, derart mutlos verstreichen lässt, braucht man sich nicht wundern, wenn bei so manchem Bremen-Sympathisanten nach und nach die Haare ausfallen.

Aber nun zum eigentlichen Thema: Ist die Relegation fair und hätte es der Dritte der 2. Liga nach einer starken Saison nicht verdient, direkt aufzusteigen? Bei diesem Thema gehen die Meinungen weit auseinander, ein Argument der DFL sind natürlich die Fernsehgelder und die zwei Extraspiele, die zweifellos der Hauptgrund für das „unfaire“ Prozedere sind.

Auf der anderen Seite bieten die Spiele nur aufgrund ihrer existenziellen Brisanz wirklich Spannung. Tolle Ballstafetten oder Schützenfeste sind in den vergangenen Jahren eher Fehlanzeige gewesen. Die Anspannung ist groß und oft liegen die Nerven blank, wenn es um viel geht, aber einen ganzen Saisonverlauf in zwei „do-or-die-Spielen“ auf die Spitze zu treiben, ist absurd. Auch wenn es in diesem Jahr meine Bremer getroffen hätte, bin ich Befürworter von drei Absteigern und drei Aufsteigern. Schafft die Relegation ab.

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Erstellt:
6. Juli 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

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