Der Geschäftsführer der Nord Stream 2 AG, Matthias Warnig, hat sein Mandat im Aufsichtsrat des FC Schalke 04 niedergelegt. Foto: Maxim Shemetov/POOL REUTERS/AP/dpa

Der Geschäftsführer der Nord Stream 2 AG, Matthias Warnig, hat sein Mandat im Aufsichtsrat des FC Schalke 04 niedergelegt. Foto: Maxim Shemetov/POOL REUTERS/AP/dpa

Gelsenkirchen 24.02.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

Schalker Aufsichtsrat hört auf - Was wird aus Gazprom?

Die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts treffen auch Schalke 04 wegen der problematischen Partnerschaft mit dem russischen Staatskonzern Gazprom. Nun legt Aufsichtsrat Warnig sein Mandat nieder.

Der Schriftzug Gazprom dominierte beim FC Schalke 04 auf der Sponsorenwand hinter Trainer Dimitrios Grammozis noch wie gewohnt. Doch der eskalierende Ukraine-Konflikt hat den finanziell schwer angeschlagenen Fußball-Zweitligisten längst eingeholt. Der von den USA mit Sanktionen belegte Geschäftsmann Matthias Warnig hat sein Mandat im Aufsichtsrat des Fußball-Zweitligisten FC Schalke 04 niedergelegt. Das teilte der Club mit. Warnig ist der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Nord Stream 2 AG, die eine Tochterfirma des russischen Energiekonzerns Gazprom ist. Problematische Partnerschaft sorgt für Unruhe„Sobald alle formellen Prozesse, die eingehalten werden müssen, durchgeführt sind, wird er dann auch den Aufsichtsrat des FC Schalke 04 verlassen“, sagte Club-Sprecher Marc Siekmann auf einer Pressekonferenz. Ob die Ukraine-Krise auch Auswirkungen auf das Sponsoring von Gazprom bei Schalke hat, ist noch unklar. Alle im Verein seien „schockiert gewesen von den Geschehnissen, die sich innerhalb Europas abspielen“. Siekmann bat um „Verständnis, dass auch wir ein bisschen Zeit brauchen, um viele Dinge zu prüfen und auch zu beraten“. Die Vereinsführung werde sich „zu gegebener Zeit selbstverständlich äußern“. Wann das genau sein werde, „kann ich momentan nicht abschätzen“, sagte Siekmann weiter. US-Präsident Joe Biden hatte am Mittwoch Strafmaßnahmen gegen die Betreibergesellschaft der Nord Stream 2 AG und deren Chef Warnig angekündigt. Das Finanzministerium in Washington erklärte, Geschäfte mit dem Betreiber Nord Stream 2 AG müssten innerhalb einer Woche beendet werden. Angesichts der russischen Eskalation im Ukraine-Konflikt hatte die Bundesregierung das Vorhaben am Dienstag auf Eis gelegt und das Genehmigungsverfahren für Nord Stream 2 vorerst gestoppt. Warnig saß seit 2019 als Gazprom-Vertreter im Aufsichtsrat. Der ehemalige Schalker Aufsichtsratschef und Fleischproduzent Clemens Tönnies holte Gazprom Germania an Bord. Damals hielt er zusammen mit Putin ein Schalke-Trikot in die Kameras. Grammozis hofft auf einen „friedlichen Ausgang“Die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts treffen also auch Schalke wegen der problematischen Partnerschaft mit Wucht. Denn der russische Staatskonzern, einer der großen Gasversorger Deutschlands, hält den mit rund 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten belasteten Traditionsclub quasi über Wasser. Der Kontrakt läuft noch bis 2025. Der Marketingexperte Raphael Brinkert brachte im Zusammenhang mit einer möglichen Trennung von Gazprom einen Sponsorenpool für Kompensationszahlungen ins Spiel. Der Zweitliga-Fünfte Schalke hatte am Mittwoch betont, für Frieden und friedliches Miteinander zu stehen und dass Gewaltfreiheit im Leitbild des Vereins festgehalten sei. Trainer Grammozis gab vor dem Spiel beim Karlsruher SC (Samstag/13.30 Uhr/Sky) zu, „dass solche Ereignisse nicht irgendein Nebengeräusch sind, sondern im Alltag schon sehr stark auf einen einprasseln. Wir hoffen natürlich alle, dass es nochmal ein friedliches Treffen gibt, das letztendlich auch zu einem friedlichen Ausgang führt“, sagte er. Immerhin: Auf seiner Jacke fehlte am Donnerstag bereits der Schriftzug Gazprom.

Das Logo des russischen Energieunternehmens Gazprom ist beim FC Schalke 04 allgegenwärtig. Foto: Caroline Seidel-Dißmann/dpa

Das Logo des russischen Energieunternehmens Gazprom ist beim FC Schalke 04 allgegenwärtig. Foto: Caroline Seidel-Dißmann/dpa

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Erstellt:
24. Februar 2022, 13:43 Uhr
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