Baumgarts Riecher: Zwei Joker sichern Köln späten 2:1-Sieg

Baumgarts Riecher: Zwei Joker sichern Köln späten 2:1-Sieg

Kölns Trainer Steffen Baumgart trieb seine Mannschaft zum späten Sieg gegen den VfL Bochum. Foto: Marius Becker/dpa

Zwei Joker sicherten den Rheinländern den verdienten, aber hart umkämpften 2:1 (0:0)-Erfolg gegen den Aufsteiger VfL Bochum und erstmals seit fünf Jahren wieder zwei Heimsiege vom Start weg. Der FC-Coach hatte dabei das richtige Näschen und wechselte seine beiden Torschützen in der zweiten Halbzeit ein. „Die Jungs machen das gut, wenn sie reinkommen, und haben sich mit den Toren belohnt“, sagte Baumgart und betonte: „Bei mir gibt es nicht die erste Elf, bei mir gibt es nur alle.“

Der Aufsteiger aus dem Revier, der in 30 Bundesligaspielen nur einmal beim FC gewinnen konnte, musste schon seine zweite Auswärtsniederlage hinnehmen und die insgesamt 500. Niederlage in der Bundesligageschichte des Clubs. Dennoch war VfL-Trainer Thomas Reis nicht enttäuscht. „Das ist die Qualität in der ersten Liga. Wir haben halt noch nicht die Erfahrung in der Bundesliga“, befand der Coach.

Die 25.000 Zuschauer im RheinEnergieStadion mussten lange auf die Erlösung warte. Nach zwei Pfostenschüssen von Anthony Modeste und einem nicht gegebenen Treffer von Dejan Ljubicic belohnte sich eine hochüberlegene FC-Elf n der Schlussphase durch die beiden eingewechselten Louis Schaub (82. Minute) und Tim Lemperle (90.+1) noch. Der ehemalige Kölner Simon Zoller (90.+4) schaffte für die Bochumer noch den Anschlusstreffer.

Nach zwei guten Vorstellungen zum Saisonstart musste Baumgart in seinem zweiten Heimspiel gleich mächtig improvisieren, weil die wichtigen Offensivkräfte Jan Thielmann und Mark Uth verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen. Das sollte dem Angriffsspiel der Gastgeber, bei denen Ondrej Duda und Sebastian Andersson erstmals in dieser Saison in der Anfangself standen, aber nicht schaden.

Unterstützt von der gewaltigen Kulisse setzte der FC die Revierelf mächtig unter Druck und sorgte vor allem über die Außenposition, wo rechts Benno Schmitz den Vorzug erhielt, ständig für Gefahr. Die Bochumer, die nach ihrem ersten Saisonsieg gegen Mainz mit viel Rückenwind in ihre Aufstiegssaison gestartet sind, waren gut beschäftigt beim flotten Auftritt der Kölner. Zunächst hatten die Gäste noch Glück, dass Modeste nur den Pfosten (4.) traf und der Treffer von Ljubicic nicht gegeben wurde (15.).

Doch der FC blieb die dominierende Mannschaft und hatte durch Modeste, der in der 73. Minute zum zweiten Male den Pfosten traf, Duda und dem guten Jonas Hector weitere Tormöglichkeiten. Der FC-Kapitän sorgte wie auf der echten Seite Schmitz für viele gute Aktionen über die Außenpositionen.

In der intensiven und von vielen Zweikämpfen und Unterbrechungen geprägten Partie wehrten sich die Gäste tapfer, blieben in der Offensive allerdings viel zu harmlos. Bei den Kölnern kam Neuzugang Luca Kilian im zweiten Abschnitt zu seinem Debüt und fügte sich in der Innenverteidigung neben Rafael Czichos gut ein. „Wir hatten heute nicht so richtig den Glauben, dass wir hier mitspielen können“, sagte Reis.

© dpa-infocom, dpa:210828-99-03903/3

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