Ein Blick auf die Baustelle für das neue Umspannwerk in Mehringen aus der Luft. Foto: Tennet

Ein Blick auf die Baustelle für das neue Umspannwerk in Mehringen aus der Luft. Foto: Tennet

Mehringen 23.11.2021 Von Die Harke

Sichtschutz für Umspannwerk: „Tennet“ wagt in Mehringen ein Pilotprojekt

Netzbetreiber setzt Eingrünungsvorgabe um / Unterstützung aus Bevölkerung

Mit einer Baustellenbesichtigung für die interessierte Anwohnerschaft, Kommunalpolitik und Medien hat der Übertragungsnetzbetreiber „Tennet TSO“ den Fortgang der Arbeiten auf der Baustelle des neuen Umspannwerks Mehringen vorgestellt, das auf einer Fläche von 14 Hektar entsteht.

Das Umspannwerk soll laut einer Pressemitteilung zukünftig eine wichtige Funktion im Rahmen der Energiewende einnehmen: „Es ist Bestandteil eines Ersatzneubaus anstelle einer rund 60 Jahre alten Höchstspannungsleitung zwischen dem Umspannwerk West in Stade und dem Umspannwerk Landesbergen im Landkreis Nienburg.“

Diese Karte zeigt die Eingrünung durch Tennet – sowohl auf seinen Flächen als auch auf den von privaten Eigentümern. Foto: Tennet

Diese Karte zeigt die Eingrünung durch Tennet – sowohl auf seinen Flächen als auch auf den von privaten Eigentümern. Foto: Tennet

Während die noch in Betrieb befindliche Leitung 220 Kilovolt transportieren könne, werde die neue Leitung über eine Übertragungsleistung von 380 Kilovolt verfügen. „Sie wird damit die Übertragungskapazität insbesondere für an und vor der Nordseeküste produzierte Windenergie in der Nord-Süd-Achse erhöhen und einen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Netzstabilität in Niedersachsen leisten.“

Das Unternehmen wagt sich mit der „Eingrünung des Umspannwerks“ an der Landesstraße zwischen Mehringen und Ubbendorf nach seinen Angaben an ein Pilotprojekt und schreibt: „Um den Eingriff in das Landschaftsbild in dieser wenig hügeligen Landschaft zu mindern, macht das Raumordnungsverfahren eine Eingrünungsvorgabe.“

Gesetzliche Vorgabe übertreffen

Schon diese gesetzliche Vorgabe werde am Umspannwerk Mehringen nicht nur eingehalten, sondern deutlich übertroffen: „Tennet wird auf 4,5 ha eigenen Kompensationsflächen südlich und westlich des Umspannwerks zusätzliche Pflanzungen vornehmen, die die Anlage in der Landschaft noch weniger präsent machen.

Dazu gehört auch die bis zu zwei Meter hohe Aufschüttung ,Mehringer Hügel‘ direkt am Umspannwerk, die Flächen für Gehölze ebenso wie Magerrasenstandorte umfasst und obendrein für Spaziergänger einen Aussichtspunkt mit leicht erhöhtem Blick auf das Umspannwerk ermöglicht.“

Sicht aufs Umspannwerk reduzieren

Eine weitere Besonderheit seien die Eingrünungsmaßnahmen mit Beteiligung aus der Bevölkerung: Auf sechs Flächen mit insgesamt rund 18.000 Quadratmetern würde die direkte Sicht aus den umliegenden Ortschaften auf das Umspannwerk durch Anpflanzungen reduziert und so das Landschaftsbild nachhaltig verbessert werden. „Die privaten Eigentümer leisten hier einen sehr großen Beitrag für die Allgemeinheit“, wird Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer zitiert.

Bei der Anlage der Sichtschutzpflanzungen werde auf die Verwendung heimischer Gehölze ebenso Wert gelegt wie auf deren regionale Herkunft. Dies gilt auch für das zum Einsatz kommende Saatgut.

Naherholungsgebiet denkbar

„Unmittelbar am Umspannwerk können sogar Bereiche entstehen, an denen Anwohner und Durchreisende sich erholen, die Natur genießen und sich über die Technik informieren können. Tafeln werden später Hinweise auf Kompensationsmaßnahmen geben und den Leitungsbau als Bestandteil der Energiewende erklären“, heißt es weiter.

Die Genehmigung für das in der Samtgemeinde Hoya liegende Umspannwerk erhielt „Tennet“ im Dezember 2020. Fertiggestellt wird der erste Bauabschnitt voraussichtlich im Frühjahr 2023. Die Inbetriebnahme des zweiten Bauabschnitts ist für Januar 2024 geplant.

Mehr im Internet unter www.tennet.eu/de/unser-netz/onshore-projekte-deutschland/stade-landesbergen.

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Erstellt:
23. November 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 21sec

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