Heute vor 31 Jahren fiel die Mauer. Foto: hornyteks - stock.adobe.com

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Landkreis 09.11.2020 Von Holger Lachnit

Schicksalstag 9. November

Guten Tag – ein Kommentar

Der 9. November ist ein Schicksalstag für Deutschland, manche nennen ihn gar „den deutschesten aller Tage“: Am 9. November 1989 fiel die Mauer, wenig später war Deutschland wieder vereint.

Was hätte das für ein Freudendatum sein können, gäbe es nicht den 9. November 1938: An diesem Tag begannen die Judenpogrome in Deutschland: Synagogen und Geschäfte jüdischer Mitbürger wurden geschändet und geplündert, der Holocaust vorbereitet.

Aus diesem Anlass gibt es traditionell Gedenkveranstaltungen. Wegen der Coronapandemie finden heute die Andachten auf dem jüdischen Friedhof Nienburg um 15 Uhr und am Rathaus um 17 Uhr nur im kleinsten Kreis statt. Die für heute geplante Vergabe des Elisabeth-Weinberg-Preises wurde hingegen abgesagt.

Auch der 9. November 1918 ist in die Geschichte eingegangen: Nach der Novemberrevolution rief an diesem Tag der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann am Berliner Reichstag die Republik aus: Es war die Geburtsstunde der ersten, und leider nur kurz währenden, Demokratie in Deutschland.

Nicht zu vergessen: Am 9. November 1923 brach der Hitler-Ludendorff-Putsch gegen die demokratische Regierung in München zusammen. Dennoch sollten nur zehn Jahre später die Nationalsozialisten in Deutschland regieren und das Land ins Verderben stürzen.

Abschließend ein weiterer 9. November: 1967 entfalteten Studenten bei der Amtseinführung des Rektors der Hamburger Universität ein Transparent mit dem Spruch „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“, der zum Symbol der 1968er-Bewegung werden sollte.

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Erstellt:
9. November 2020, 06:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 42sec

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