In der Kolumne von Syam Vogt stehen Schiedsrichter im Mittelpunkt. Symbolfoto: Adobe Stock

In der Kolumne von Syam Vogt stehen Schiedsrichter im Mittelpunkt. Symbolfoto: Adobe Stock

Landkreis 15.02.2020 Von Syam Vogt

Schiedsrichter im Mittelpunkt

Schiedsrichterdiskussion hin – Schiedsrichterdiskussion her. Man könne in diesen Tagen nicht nur aufgrund des Videobeweises denken, die Unparteiischen stünden mehr im Vordergrund als die hoch bezahlten Fußballprofis. Die neue Regelauslegung des DFBs zum Schutz der Schiedsrichter und das damit verbundene schnelle Zücken der Karten, soll Zeitspiel, Meckern und Unsportlichkeiten entgegenwirken und den Spielern auf dem Platz wieder mehr Respekt untereinander implementieren. Ein gutes Zeichen, wie ich finde.

Bundesliga-Verantwortliche fordern ebenso wie die Übungsleiter aus dem Kreisgebiet mehr Fingerspitzengefühl der Referees. Auch Inter Komata-Coach Aslan Akan findet, dass die Schiris zu früh zur Karte greifen würden. Hier bin ich einer anderen Meinung: Der Fußball entwickelt sich mit Schwalben und theatralischen Gestiken in eine falsche Richtung. Man kann sich vor allem bei Sportarten wie Handball oder Volleyball in Sachen Benimmregeln einiges abschauen. Dort wird wenig bis gar nicht reklamiert und andernfalls knallhart bestraft. Wenn ich sehe, dass sich wegen Einwurfsituationen selbst in den tiefsten Spielklassen lautstark beschwert wird, kann ich gut nachvollziehen, warum es immer weniger Schiedsrichteranwärter gibt.

Im Fall von Gladbach-Stürmer Alassane Pléa im Spiel gegen RB Leipzig wurde die neue Regelauslegung jedoch zu konsequent angewandt. Pléa hatte innerhalb weniger Sekunden wegen Meckerns die Gelbe und danach die Ampelkarte gesehen. Der Franzose hatte wild gestikuliert und hörte damit auch nach der ersten Gelben Karte nicht auf. Vor allem Gladbachs Sportdirektor Max Eberl forderte mehr Fingerspitzengefühl von den Unparteiischen, begrüßte die neue Regelauslegung im Vorfeld jedoch ausdrücklich. Dies war zwar eine spielentscheidende Situation, aber nur so erzieht man die Bundesliga-Profis. Am Ende der Kette stehen nämlich die Hobby- und Nachwuchsfußballer, die es den Bundesliga-Stars gleich- oder nachmachen.

Ein gutes Beispiel gibt da der SV BE Steimbke ab. Die Brigittaner stehen derzeit im VGH-Fairness-Cup niedersachsenweit auf Position 18, haben bis zur Winterpause nur 19 Gelbe Karten kassiert.

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Erstellt:
15. Februar 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 58sec

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