Das Schiff steht quer und blockiert die Weser. Foto: Stüben

Das Schiff steht quer und blockiert die Weser. Foto: Stüben

Stolzenau 23.04.2021 Von Die Harke

Schiff blockiert Weser

Zwischenfall beim Beladen eines Binnenschiffes / Weser wieder befahrbar

Nix geht mehr: Ein etwa 80 Meter langes Binnenschiff hat am Freitag mehrere Stunden lang die Weser bei Stolzenau blockiert. Nach Angaben von Polizeisprecherin Julia Haase ist es am örtlichen Kieswerk gegen 9.50 Uhr zu einem Zwischenfall beim Beladen des Schiffes gekommen. Helge Kirchmann von der Wasserschutzpolizei, der mit einem Kollegen vor Ort war, geht von einem technischen Versagen der Ruderanlage als Ursache für die Havarie aus. Um kurz vor 16 Uhr war die Bergung des Schiffes abgeschlossen und die Weser wieder frei.

„Es ist ein großer Schiffstau entstanden“, sagte Kirchmann: „Zurzeit sind auf der Weser mehr Schiffe unterwegs als üblich, weil eine andere Wasserstraße gesperrt ist.“ Sowohl in Stolzenau als auch in Schlüsselburg lagen mehrere Schiffe, die auf die Weiterfahrt warteten. „Jeder Tag, den die Schiffe liegen, kostet Geld“, sagte Kirchmann.

Nach ersten Erkenntnissen kam das Schiff während des Ladevorganges – Kies in verschiedenen Körnungen – los und geriet quer zum Fahrwasser. Dabei verlor es nach Polizeiangaben vermutlich seine Ruderblätter. Das Schiff hatte nach dem Vorfall Schräglage. Von möglichen 1165 Tonnen Ladung hatte das Binnenschiff zwischen 800 und 900 Tonnen an Bord. Einer der Laderäume des 8,20 Meter breiten Schiffes hatte einen kleinen Riss in der Außenwand. Das eintretende Wasser konnte die zwei Mann starke Besatzung mit einer kleinen Pumpe schnell abpumpen.

Ein Schubboot der Wasserstraßen -und Schifffahrtsverwaltung, das schnell vor Ort war, stütze das Güterschiff in der Weser, bevor es geboren werden konnte. Dazu kam aus Windheim ein Arbeitsschiff mit einem Bagger an Bord. „Der Bagger schaufelt so viel Ladung von Bord, bis das Schiff am Heck wieder frei schwimmt“, sagte Kirchmann: „Dann wird es rumgezogen, bis es längs an zwei Dalben festmachen kann.“ Wichtig sei es, dabei besonders vorsichtig zu sein. „Wir müssen aufpassen, dass das Schiff nicht durchbricht“, sagte der Wasserschutzpolizist.

Welche Schäden das Schiff bei der Havarie genommen hat, konnten die Beteiligten von Polizei sowie Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt gestern nicht sagen. Das müsse jetzt unter anderem mit Tauchern ermittelt werden. Dann stellt sich heraus, ob das Schiff vor Ort repariert werden muss oder ob es in eine Werft geschleppt werden kann.

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Erstellt:
23. April 2021, 14:19 Uhr
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