Helge Nußbaum DH

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Fußball 14.09.2019 Von Helge Nußbaum

Schiri-Streik bald auch beim NFV?

"Guten Tag"-Sport-Kolumne

Fast nach jedem Fußball-Wochenende im Amateursport kann man in irgendeiner Zeitung im Bundesgebiet über tätliche Angriffe auf Schiedsrichter, Zuschauer oder Gegenspieler lesen.

In unserem Einzugsgebiet schlug in dieser Woche der Spielabbruch vom vergangenen Sonntag in der 1. Fußball-Kreisklasse zwischen dem SC Lavelsloh und dem FC Nienburg hohe Wellen. Im Laufe der Woche entschied der FC, der in dieser Saison am ersten Spieltag schon einmal in einen Abbruch verwickelt war, seine beiden Teams im Spielbetrieb zu belassen. Gerade auf der Facebook-Seite der HARKE löste unser Bericht über die FC-Entscheidung heftige Kontroversen aus. Schiedsichter Marc-Oliver Reschke (SC Marklohe) kommentierte ebenfalls und sammelte für seinen Beitrag ordentlich Zustimmung ein. Weit über 100 Mal strich er den Daumen nach oben ein. Reschke schrieb:

Es ist auch fraglich, ob die Schiedsrichter – ob mit Gespann oder nicht – sowas dann noch mitmachen. Ich persönlich habe kein Interesse daran, bei einem Verein mit der Vorgeschichte zu pfeifen. Den Schiedsrichter-Schein hat man eigentlich mal aus dem Spaß zum Hobby gemacht und nicht, um sich jede Woche aufs Neue beleidigen und bedrohen zu lassen. Wenn es dann auch zu keinerlei treffenden Konsequenzen für die Vereine und Spieler kommt, darf man sich nicht wundern, dass sich kaum neue Schiedsrichter finden oder in anderen Kreisen die Schiedsrichter einen kompletten Spieltag boykottieren, um ein Zeichen zu setzen. Einfach traurig, wie Einzelne den Sport so kaputt machen können ...

Reschke trifft damit den Nagel auf den Kopf. Aus Protest gegen tätliche Angriffe weigern sich zum Beispiel die Schiedsrichter im Saarland an diesem Wochenende zu pfeifen. Einige Vereine sind sauer, aber nach anfänglichem Zögern stellte sich auch der Verband hinter den Streik. Der Auslöser: Nach einem C-Jugend-Spiel in Merzig-Brotdorf hatte der Vater eines Kindes den Schiedsrichter angegriffen und krankenhausreif geschlagen. Dieser Vorfall hatte weit über das Saarland hinaus Entsetzen ausgelöst.

In unserem Fall sind nun der NFV-Kreis Nienburg, der Schiedsrichterausschuss und das Sportgericht gefragt, um die Übeltäter aus sportlicher Sicht zu identifizieren und zu bestrafen. Auch der FC Nienburg muss intern Konsequenzen ziehen und die auffälligen Spieler gnadenlos aussortieren.

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Erstellt:
14. September 2019, 22:58 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 06sec

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