Schlafsäcke für obdachlose Menschen

Schlafsäcke für obdachlose Menschen

Anke Diekmann und Jens Sewohl (rechts) haben bei der Ambulanten Wohnungslosenhilfe in Nienburg Schlafsäcke und Isomatten aufgetürmt. Heinrich Behneking von der Wohnungslosenhilfe wird die Wärmesets verteilen. Garms

Die Nächte werden fühlbar kälter. Damit beginnt für wohnungslose Menschen die härteste Zeit des Jahres. Der [DATENBANK=2337]ASB[/DATENBANK] startet heute eine bundesweite Hilfsaktion, bei der Schlafsäcke und Isomatten an Obdachlose verteilt werden. Daran beteiligen sich auch Samariter vom ASB aus Rehburg und übergeben 15 Wärme-Sets an die [DATENBANK=591]Ambulante Wohnungslosenhilfe[/DATENBANK] der Diakonie in Nienburg. Dazu schreibt der ASB in einer Pressemitteilung: „Vor allem in größeren Städten gehören sie zum Straßenbild: Menschen, die sich mit Pfandflaschen oder bettelnd in Fußgängerzonen oder Bahnhöfen ihren Lebensunterhalt verdienen oder mit ihrem gesamten Hab und Gut durch die Gegend ziehen. Im ländlichen Raum sieht das etwas anders aus.“ „Aber nur, weil man sie nicht so sehr wahrnimmt, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt – auch in und um Nienburg“, erklärt Caroline Lampe von der Ambulanten Wohnungslosenhilfe der Diakonie in Nienburg.

Da auf dem Land alles viel weniger anonym ist und sich viele Betroffene ihrer Situation schämen, versuchen sie sich zu verstecken oder sorgen dafür, dass sie nicht als Obdachlose wahrgenommen werden, erfuhr Pressesprecherin Anke Diekmann.

Sie hatte sich nach dem Aufruf des ASB-Bundesverbandes auf der Suche nach einem erfahrenen örtlichen Partner für die Hilfsaktion an die Ambulante Wohnungslosenhilfe gewandt und war sofort auf offene Ohren gestoßen. „Zwar waren wir sofort begeistert von der Hilfsaktion, aber für uns war und ist es auch besonders wichtig, sicherzustellen, dass die Hilfe da ankommt, wo sie wirklich gebraucht wird“, betont [DATENBANK=6676]Anke Diekmann[/DATENBANK].

Die 15 Sets, die jeweils aus einem Schlafsack und einer Isomatte bestehen, entsprechen nach den Erfahrungen der Ambulanten Wohnungslosenhilfe dem Vorrat, der in etwa für einen Winter benötigt wird. Der ASB erhält sie direkt von Europas größtem Outdoor-Händler Globetrotter. Die strapazierfähigen Schlafsäcke sind alle im Fußbereich komplett zu öffnen – somit also auch als Decke nutzbar –, und die Temperaturbereiche und das Material sind dem Zweck entsprechend angemessen und sicher. Die entstehenden Kosten trägt zu 50 Prozent der ASB-Bundesverband und zur anderen Hälfte der ASB-Kreisverband Nienburg selbst.

„Dieses Geld ist einfach gut angelegt“, findet auch ASB-Kreisgeschäftsführer [DATENBANK=2339]Jens Sewohl[/DATENBANK], der schnell überzeugt war. „Unter Umständen kann so ein Wärme-Set für einen Menschen, der auf der Straße lebt zum Lebensretter werden“; meint er. Und mit Leben-Retten kennen sich die Samariter aus.

Mehr als 20 ASB-Standorte in ganz Deutschland beteiligen sich gemeinsam mit den Rehburgern an der Aktion. Insgesamt werden bundesweit rund vierzig ASB-Gliederungen mehr als 2.000 Schlafsäcke und Isomatten verteilen.