Heinrich Brockmann vor seinem Insektenhotel.

Heinrich Brockmann vor seinem Insektenhotel.

20.07.2014

Schleiereulen-Nachwuchs im Vogelturm Wienbergen

N-Team um Carsten Hopmann freut sich über Nachwuchs

Von Horst Achtermann

Wienbergen. Dass der ausrangierte Trafoturm in Wienbergen im letzten Jahr zu einem Vogelturm umgebaut wurde, ist das Verdienst von Carsten Hopmann mit seinem N-Team (N steht für Natur). „Nicht reden – machen“ ist der Slogan von 15 jungen Leuten aus der Gemeinde Hilgermissen. Diese naturverbundenen jungen Leute haben rund 100 Stunden im Turm verbracht, um den Vögeln ein zu Hause zu geben. Der Vogelturm, garniert mit Sitzbank und Tisch mit „Bürgermeisterstuhl“ und Schaukasten und den Abbildungen der Vögel, die hier nisten können, wurde von Hartmut Westermann aus Magelsen kostenlos aufgestellt. „Sauber gehalten wird alles von Nachbar Fritz Meyer“ freut sich Bürgermeister Johann Hustedt.

Was hat sich in einem Jahr im Turm getan? Carsten Hopmann berichtet stolz: „Ein Schleiereulen-Paar hat vor vier Wochen fünf Jungeulen ausgebrütet, die sind deutlich flügge“. Die Eulen brauchen Ruhe, sind oft in alten Gehöften zu finden, die es kaum noch gibt. Enttäuscht ist der Vormann der Naturfreunde jedoch darüber, dass die Schwalben den Turm noch nicht angenommen haben, während sie im nahen DGH Nester gebaut haben.

Oben auf dem Turm hatten die Hobby-Ornithologen alles zum Empfang eines Storchenpaares vorbereitet. Der Storch hat zwar einen kurzen Besuch abgestattet und damit wie man sieht, in diesem Jahr Erfolg gehabt. „Es ist durchaus ein reelles Ziel, dass in einigen Jahren sich der Storch hier im Sommer niederlassen wird“, meint Carsten Hopmann. Im Außenbereich haben sich Freibrüter Nester gebaut und auch zwischen Knöterich und Hopfen ist gefiedertes Leben eingezogen.

Vor den Sitzgelegenheiten wurde die Hainbuchenhecke kurz gehalten. „So ist Naturschutz greifbar wie man das hier macht, darüber sollten Leute einmal nachdenken“, sagt Heinrich Brockmann und ergänzt, „ich gehöre nicht zu den jungen Naturfreunden freue mich aber besonders darüber, das so etwas auch ohne organisierte Naturschutzvereine geht“.

Er hat auch nicht lange gezögert, als er gebeten wurde ein kleines Insektenhotel zu bauen und aufzustellen. Hier finden Wildbienen, Hummeln und viele Arten von Käfern und Fliegen eine künstlich geschaffene Nist- und Überwinterungshilfe.

Als Betreuer einer Angel-AG in der Marion Blumenthal-Hauptschule in Hoya weiß Heinrich Brockmann, dass man Jugendliche an die Natur heranführen müsse und dass eine intakte Natur nicht nur gepflegt, sondern auch im Anfang unterstützt werden muss.

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Erstellt:
20. Juli 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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