Sebastian Schwake Stüben

Sebastian Schwake Stüben

Husum 21.06.2019 Von Sebastian Schwake

Schluss mit lauten und ausufernden Partys

Behörden wollen am Heye-See durchgreifen und ein über die Jahrzehnte gewachsenes Problem bekämpfen

Wilde, ausufernde Partys mit laut aus mächtigen Bassboxen dröhnender Musik, dazu Grillgut und aufheulende Motoren von Quads und anderen motorisierten Gefährten – der Heye-See ist über die Jahrzehnte zu einem beliebten Treffpunkt und Problem-areal geworden. Manch ein Großstädter verbringt an dem idyllisch gelegenen See sogar seinen (Camping-)Jahresurlaub, reist mit Wohnwagen an, bleibt dort zwei Wochen und hinterlässt haufenweise Müll.

Bei gutem Wetter gehört der Müllberg zum alltäglichen Erscheinungsbild des Heye-Sees im Sommer. Doch mit der Feiermeile soll nun endgültig Schluss sein. Samtgemeindeverwaltung, Landkreis und Polizei wollen am Heye-See hart durchgreifen – endlich, will man meinen. Das Feiern, Campieren und Motocross fahren ist dort ein Problem – und ein Ärgernis für die Bewohner Brokelohs und Husums, die tagsüber und bis tief die Nacht gleich kostenfrei mitbeschallt werden.

Was nach den Partys bleibt: Müll, Müll und noch mehr Müll. Darin finden sich oft Essensreste. Diese könnten durch Wildschweine mit dem Erreger der Afrikanischen Schweinepest versehen sein und so dafür sorgen, dass sich die Seuche weiter ausbreitet.

Was irritierend ist: Manche Seebesucher entsorgen dort sogar ihren Privatmüll. Immerhin hat die Kreisverwaltung solche „Entsorger“ ausfindig machen und ihnen ein Bußgeld aufdrücken können, weil diese so „nett“ waren und in ihrem Müll gleich ihre Adresse hinterlegt hatten. Neben Freiwilligen sind oft die Mitarbeiter des Bauhofs der Samtgemeinde dort, um den Müll abzuholen und zu entsorgen. Der Steuerzahler zahlt‘s letztlich.

Was ein Problem ist: Das Areal ist in Privatbesitz. Die Firma ist insolvent und kommt seit Jahren ihrer Verkehrssicherheitspflicht nicht nach. Und ob ein aufgestellter Zaun die Heye-See-Touristen wirklich aufhalten kann, sei dahingestellt. Auch die Verbotsschilder werden ignoriert und von der Samtgemeinde aufgestellte Poller ausgebuddelt.

Was vielen nicht bewusst ist: Der See befindet sich in einem Landschaftsschutzgebiet. In solchen gibt es einen besonderen Schutz von Natur und Landschaft, um diese zu erhalten und zu entwickeln.

Was Gefahren sind: Der See wird nicht von geschultem Rettungspersonal überwacht. 2016 und 2018 ertranken Männer im Heye-See. Zudem kann es bei Trockenheit durch Grillen und Funkenflug schnell zu einem Großbrand auf dem Areal kommen – die ersten Häuser sind nicht allzu weit entfernt.

Was Alternativen sind: beispielsweise die Badeseen im Landkreis. Es gibt acht Badeseen, deren Wasserqualität regelmäßig von Kreisgesundheitsamtsmitarbeitern kontrolliert wird. Das sind der Alveser See, Steinkuhle, Hämelsee, die Rolle, Bollwerder See, Wellier Kolk, Diethe-Langern und der Kiessee Glissen/Kleinheerse. Alle acht zeichnen sich durch eine ausgezeichnete Wasserqualität aus.

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Erstellt:
21. Juni 2019, 18:26 Uhr
Lesedauer:
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