Schweringen 07.06.2019 Von Die Harke

Schnelle Dialoge und Turbulenzen

„notabuehne“ spielt „Krach in Chiozza“ am 29. Juni ein Open-Air-Konzert in Schweringen

„Krach in Chiozza“ mit 14 Darstellern in 14 Rollen gibt es am 29. Juni in Schweringen – und das Open Air. Die Gruppe „notabuehne“ probt seit Ende vergangenen Jahres, zunächst nur einmal, später dann zweimal in der Woche. Das sei eine Herausforderung für alle Beteiligten, denn durch die Turbulenzen des Stückes seien nahezu immer alle Darsteller gefragt. Schnelle Dialoge, begleitet durch abwechslungsreiche Auf- und Abgänge, müssten einstudiert werden; alle Darsteller müssten ihren Platz auf der Bühne finden, ohne sich gegenseitig im Wege zu stehen oder am Bühnenrand zu verschwinden. Mit enorm viel Spielwitz schafft es die Truppe, der vermeintlich simplen Handlung den richtigen Esprit zu verpassen. „notabuehne“ ist auf diese eher unbekannte italienische Komödie gestoßen bei der Suche nach einem geeigneten Stück. Es sollte amüsant und unterhaltend sein und dabei doch für alle, die sich wieder auf die Bühne stellen wollten, eine Rolle bieten. Dazu heißt es: Chiozza - ein kleines Fischerdorf in der Lagune Venedigs. Beschaulich geht es hier zu. Die Männer sind mit ihren Fischerbooten auf See, während die Frauen in stiller Eintracht auf deren Heimkehr warten – stille Eintracht? Nein, nicht in Carlo Goldonis „Krach in Chiozza“. Goldoni? Der Name mag unbekannt sein – aber viele wissen bestimmt um eines seiner oft gespielten Stücke „Der Diener Zweier Herren“.

1762 uraufgeführt in Venedig, führt uns diese Komödie vor Augen, wie schnell ein Gerücht dafür Sorge trägt, dass Menschen in Streit geraten, Familien-Fehden aufkommen und die Besinnlichkeit eines ganzen Dorfes über den Haufen geworfen wird. Niemand übernimmt dabei die Hauptrolle oder ist ein Rädelsführer, vielmehr spielt das ganze Dorf die erste Geige. Gelebt (und gespielt) wird auf der Straße, auf der Piazza. Hier treffen sich Frau und Mann, jung und alt. Und hier kommt es auch zum Krach, wenn der junge Toffolo sein Spielchen mit Lucietta treibt und dabei doch ein Auge auf Checca geworfen hat. Schnell kommt es zwischen den Frauen zweier Familien zum Krach. Und es gelingt ihnen nicht, dies vor den vom Fischfang heimkehrenden Männern zu verbergen. So nimmt die Geschichte ihren Lauf. Nur dem Verhandlungsgeschick des Koadjutor Isidoro ist es zu verdanken, dass auf der Piazza wieder Frieden einkehrt.

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Erstellt:
7. Juni 2019, 03:42 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

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