Matthias Brosch Die Harke

Matthias Brosch Die Harke

18.05.2016 Von Matthias Brosch

Schockbilder verspäten sich

Guten Tag

Spätestens Ende Mai soll es größere Warnbilder und -hinweise geben, die zwei Drittel von Zigarettenpackungen bedecken müssen. Das sieht ein Gesetz zur Umsetzung der EU-Tabakrichtlinie vor. Bis die neuen Packungen allerdings im Landkreis Nienburg zu kaufen sein werden, kann es sich noch etwas hinziehen. „Die Hersteller produzieren aktuell 24 Stunden am Tag, um die Einführung so weit wie möglich nach hinten zu schieben“, erzählte gestern eine Händlerin aus Nienburg. Und „Restbestände“ dürften schließlich noch länger abverkauft werden. Dass die Schockbilder von verklebten Lungen, Zahnstummeln oder Raucherbeinen eine abschreckende Wirkung haben und vom Rauchen abhalten, davon ist Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Dr. Friederike Störkel von der FH Münster überzeugt: „Es gibt Studien, die eine Wirksamkeit warnender Bilder belegen. Gezeigt wurde, dass Raucher beim Anblick der Bilder häufiger damit aufhören, als durch das bloße Lesen der Warnhinweise. Fotos sind deutlich effektiver als die Schrift.“ Interessant sei, dass die Fotos sowohl Langzeitraucher als auch jene, die erst angefangen haben, erreichen.

Ein Allheilmittel wären die Schockbilder indes nicht. „Letztendlich ist ein Konzept mit vielen verschiedenen Punkten notwendig“, fordert Prof. Störkel. Wichtig sei, „junge Menschen zu selbstbewussten Persönlichkeiten zu erziehen, damit sie nicht nachgeben, wenn im Freundeskreis plötzlich zu Zigaretten gegriffen wird. Wer die entsprechenden Kompetenzen entwickelt hat, kann widerstehen.“

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Erstellt:
18. Mai 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 40sec

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