Nikias Schmidetzki DH

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Guten Tag 20.10.2018 Von Nikias Schmidetzki

Schön bunt oder schön störend?

Im Herbst hängen gefärbte Blätter an den Bäumen – schön bunt. Dann fallen sie ab und bedecken Rasenflächen, Beete und Bürgersteige – ganz schön störend. Und dann versuchen Betroffene das Laub gerne mal mit elektronischem Gerät zu beseitigen – oft ganz schön laut. Aber nicht nur der Lärmpegel ist ein Nachteil dieser Möglichkeit. Der NABU Niedersachsen rät vom Einsatz von Laubbläsern ebenso wie von Laubsaugern im Garten ab. Einmal werde Laub, das tierischen Gartenbewohnern als Quartier dient, beseitigt. Viele Laubsauger hätten zudem eine Häckselfunktion, der auch kleine Tiere zum Opfer fallen können.

Doch auch langfristig fehle einigen Tieren der Anreiz, sich niederzulassen, wo Blätter auf diesem Wege beseitigt werden. „Wo ein paar Jahre lang alle Blätter weggeputzt wurden, wird man kaum noch Meisen, Schmetterlinge, Käfer und Igel sehen“, warnt Philip Foth vom NABU Niedersachsen. Laubsauger lassen nämlich nicht nur Blätter und Pflanzensamen verschwinden, sondern auch viele Kleintiere, die am Boden leben und dort eine wichtige Funktion haben: Tiere wie Regenwürmer, Spinnen, Asseln und Tausendfüßler, Springschwänze und Milben verwandeln Laub und Pflanzenreste in Humus. Sie dienen außerdem Vögeln und anderen Tieren als Nahrung.

Aber noch einen anderen Aspekt hebt der NABU hervor: Igel, Spitzmaus und Kröte finden in der Laubschicht Schutz vor der Kälte, und Schmetterlingspuppen überwintern dort. Wenigstens unter Sträuchern und Stauden sollten Blätter liegen bleiben, da sie als natürlicher Wintermantel den Boden vor dem Austrocknen und Pflanzenwurzeln sowie Blumenzwiebeln vor Frost schützen, berichtet der NABU.

Und dann ist da ja noch die Geräuschkulisse: Bis zu 110 Dezibel erzeugen die Gartengeräte. Laubsauger mit Verbrennungsmotor stoßen darüber hinaus jede Menge Abgase aus.

Der NABU Niedersachsen appelliert deshalb an Gartenbesitzer wie auch Stadtgärtnereien, auf Laubsauger zu verzichten und lieber zu Besen und Rechen zu greifen oder das Laub auf Beeten und Rabatten einfach liegen zu lassen. Wer es ordentlich will, könnte Laub- und Reisighaufen anlegen. Laubhaufen seien ein wichtiger Bestandteil eines naturnahen, lebendigen Gartens, erklärt der Verband.

Igel, die jetzt auf der Suche nach einem Platz für den Winterschlaf sind, nutzen sie gerne als Schutz vor der kalten Jahreszeit.

„Wer für Laub- oder Reisighaufen nicht genügend Platz in seinem Garten hat, kann einen kleinen Komposthaufen anlegen“, rät Foth. So könne das Herbstlaub dem Nährstoffkreislauf zugeführt und im nächsten Frühjahr als wertvoller Kompost wieder auf Pflanzbeete ausgebracht werden.

Einen schönen Sonntag!

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Erstellt:
20. Oktober 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 14sec

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