Stimmungsvolle Feste feiern Menschen verschiedener Kulturen auch im Landkreis Nienburg. Daxenbichler

Stimmungsvolle Feste feiern Menschen verschiedener Kulturen auch im Landkreis Nienburg. Daxenbichler

Nienburg 08.12.2018 Von Nurten Akan

Schönste Zeit des Jahres fängt an

CJD-Serie „Willkommen in Nienburg“ / Heute: Auch für die verschiedenen Kulturen gibt es nun zahlreiche Feste

Die verschieden Kulturen treffen in der Vorweihnachtszeit immer wieder friedlich aufeinander und es kommt zu Annährungen an bestimmten Feiertagen. So werden zum Beispiel in fast allen Kulturen das Jahresende und der Beginn eines neuen Jahres gefeiert. In unserem Landkreis laden sich die verschiedenen Kulturen gegenseitig zu verschiedenen Feiertagen ein, gelebte Integration könnte man das auch nennen. Durch die Zuwanderung der Migranten in den letzten Jahren, kommt es immer mehr und mehr zu einer großen Runde an den Feiertagen. Zum Beispiel lädt die yezdische Gemeinde alle im Landkreis ansässigen Menschen zum Jahresende zum „Ida Ezid Fest“, dem Abschluss der dreiwöchigen Fastenzeit ein. An solchen Feiertagen erweist sich, dass eine Integration immer gelingen kann, wenn man offen mit einander umgeht. Nur so lernt man nicht nur die Menschen kennen, sondern auch deren Kultur.

Die verschiedenen Kulturen in unserem Landkreis bieten eine Vielfallt an Möglichkeiten um neugierig und voller Anerkennung in die verschiedenen Kulturen zu schnuppern wenn man auf die Feste eingeladen wird.

Fastenzeiten gibt es in allen Religionen und Kulturen und ist keine Form von Hungern. Der Nahrungsverzicht ist dabei nicht das Ziel. Diese Tage sind keine Last, sondern ein Segen und eine Vorbereitung auf Kommendes.

Bei den Christen sind die vier Wochen im Advent die Vorbereitungszeit auf die Geburt Jesu und früher war und in manchen Kirchengemeinden ist diese Zeit noch heute Fastenzeit.

Bei den Eziden fand etwa vom 27. bis zum 29. November dieses Jahres das Fest zu Ehren des Sonnenengels statt. Der Sonnenengel ist nach êzîdîscher Vorstellung dafür verantwortlich, die Strahlen der Sonne und somit auch die Wärme zur Erde zu begleiten, damit ein Leben auf der Erde möglich ist. Den Êzîden ist die Sonne heilig. Sie wird in ihrer Funktion als Lebensspenderin als das sichtbare Symbol Gottes gesehen. Vom 4. bis zum 6. Dezember gibt es das Fest zu Ehren der Familienahnen. An diesen Fastentagen darf man nach Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, das heißt bis circa 16.45 Uhr, weder Essen noch Trinken zu sich nehmen. In dieser Zeit bereitet man das gemeinsame Essen vor und lädt sich gegenseitig unter den Familien zum Fastenbrechen ein. Vom 11. bis zum 13. Dezember begehen die Êzîden das Fest zu Ehren Gottes. Die Rojîyên Êzî sind die drei Fastentage zu Ehren Gottes. „Êzî“ ist einer der Namen Gottes und gleichzeitig Namensgeber der Religionsgemeinschaft (Êzîdentum) und ihrer Anhänger (Êzîdî). Der Name Êzîdî bedeutet demnach „die Anhänger Gottes“.

Anders als die vorausgegangen Fastentage sind diese drei Fastentage für jeden Êzîden Pflicht. Ausgenommen sind hier nur Kinder und Kranke. Am Tag nach dem letzten Fastentag, also am dritten Freitag im Dezember nach dt. Kalender, findet das Cejna Êzî Fest statt. Zu diesem Anlass wird in jeder Familie symbolisch ein Tieropfer dargebracht. Die Tische sind reich mit selbstgebackenem Gebäck und Getränken und Süßigkeiten gedeckt. Man besucht einander und feiert zusammen.

Der muslimische Feiertag Mawlid an-Nabi fand am 21. November statt. Es handelt sich um einen Ehrentag zum Gedenken an die Geburt Mohammeds. Er gilt als Gründer und Prophet des Islam. Mawlid an-Nabi wird am zwölften Tag des Monats Rabi al-awwal des Islamischen Kalenders gefeiert.

All diese verschiedenen Kulturen, die in nun in Deutschland zusammen leben, erleben im Dezember das christliche Hochfest zur Geburt von Jesus Christus, die schöne Weihnachtszeit. Für zugewanderte Menschen ist diese Zeit nach etwas ganz besonderes, weil diese Erlebnisse, dass sich beispielsweise alle Kulturen gegenseitig einladen, um die anderen Kulturen zu sehen, aus der Heimat nicht kennen. Dort wurden die Feierlichkeiten immer nur unter Familien und Freunden gefeiert.

Auf dem Adventszauber in Nienburg sieht man auch in diesem Jahr wieder, dass sich die verschieden Kulturen annähern. So bieten die Menschen des „Projektes Flüchtlinge Helfen Flüchtlinge“ etwa an ihrem Stand traditionelles Essen an. Geht man über den Markt, sieht man verschiedene Stände aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Die einen bieten einheimisches Essen an, die anderen selbstgemachte Kunstwerke. Integration geschieht auf vielen Wegen.

Der Text in der Originalsprache. Adobestock

Der Text in der Originalsprache. Adobestock

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Erstellt:
8. Dezember 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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