Eine Ärztin der deutschen Botschaft, die zuvor bei der Ankunft Bundeskanzler O. Scholz (SPD) im Airbus A340 der Luftwaffe einem PCR-Test unterzogen hat, verlässt die Maschine. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Eine Ärztin der deutschen Botschaft, die zuvor bei der Ankunft Bundeskanzler O. Scholz (SPD) im Airbus A340 der Luftwaffe einem PCR-Test unterzogen hat, verlässt die Maschine. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Moskau 15.02.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

Scholz lehnt russischen PCR-Test ab

Bundeskanzler Olaf Scholz hat es abgelehnt, sich vor seinem Treffen mit Präsident Wladimir Putin von russischer Seite auf Corona testen zu lassen.

Stattdessen entschied sich der SPD-Politiker, den für den Zutritt zum Kreml erforderlichen PCR-Test am Dienstag nach seiner Landung in Moskau an Bord seiner Regierungsmaschine von einer Ärztin der deutschen Botschaft vornehmen zu lassen. Das hatte Folgen für das Gespräch im Kreml: Ein sechs Meter langer Tisch trennte die beiden bei ihrem Vier-Augen-Gespräch, das mehrere Stunden dauern sollte.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach von einer reinen Vorsichtsmaßnahme. „Aber das beeinflusst weder den Charakter des Treffens noch die Inhalte oder die Dauer“, betonte er.

Auch Macron blieb „auf Distanz“

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron hatte bei seinem Besuch in Moskau vor wenigen Tagen einen russischen PCR-Test abgelehnt. Er wurde dann wie jetzt Scholz von Putin auf Distanz gehalten. Auch bei der Pressekonferenz standen die Rednerpulte mehrere Meter voneinander entfernt. Andere Kollegen hingegen empfing Putin auch in Pandemiezeiten mit Händeschütteln und intensiven Umarmungen.

Scholz hatte nach seiner Landung in Moskau 40 Minuten lang sein Flugzeug nicht verlassen, um sich an Bord testen zu lassen. Die russischen Gesundheitsbehörden seien eingeladen worden, dabei zu sein, hieß es aus dem Umfeld des Kanzlers. Ein Testgerät sei aus Deutschland mitgeführt worden. Scholz selbst, seine gesamte Delegation und die mitreisenden Journalisten - zusammen mehr als 50 Personen - mussten schon vor der Abreise aus Deutschland insgesamt drei negative PCR-Tests vorlegen.

Im Wohnzimmer der Weltpolitik

Putin empfing Scholz dann in seinem Wohnzimmer der Weltpolitik, einem prunkvollen, ovalen Saal des Senatspalastes im Kreml. Dort führt der Präsident die meisten Gespräche mit seinen ausländischen Gästen im Vier-Augen-Format. Der Weiße Tisch ist ebenfalls oval. Scholz und Putin nahmen an den Stellen des Tisches Platz, die am weitesten entfernt sind. Wie sich das auf die Akustik des Gesprächs ausgewirkt hat, ist nicht überliefert. Scholz ist bekannt dafür, dass er sehr leise spricht. Auch Putin hat keine besonders laute Stimme. Beide trugen aber keine Masken.

Einige Gespräche mit seinen Gästen führe Putin auch anderswo im Kreml an einem Kamin, meint sein Sprecher Peskow. Mit Handschlag und Umarmungen begrüßt der Präsident beispielsweise den als „letzten Diktator Europas“ verschrienen belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Mit inniger Umarmung empfing Putin zuletzt auch den kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew im Kreml.

© dpa-infocom, dpa:220215-99-137359/3

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15. Februar 2022, 13:15 Uhr
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