Tobias Büsing, Jan Niklas Bösche und Gereke Friedrichs (von links) haben ein Warndreibein aufgestellt. Foto: Harries

Tobias Büsing, Jan Niklas Bösche und Gereke Friedrichs (von links) haben ein Warndreibein aufgestellt. Foto: Harries

Eystrup 24.04.2021 Von Die Harke

Schon fünf Wildunfälle in diesem Jahr

Abschnitt zwischen Eystrup und Hassel in ein Schwerpunkt

„In den letzten Wochen habe ich selbst vier Wildunfälle an dieser Strecke aufgenommen,“ erklärt Jan Niklas Bösche von der Polizei Hoya. Das sei ihm recht viel erschienen. Er nahm Kontakt mit dem zuständigen Jagdberechtigten auf. Nun steht auch dort eines der Dreibeine, die auf die Gefahr von hohem Wildwechsel hinweisen sollen.

Gereke Friedrichs ist jener Jagdberechtigte. Nach einem Gespräch mit dem Sachgebiet Verkehr der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg habe Bösche den Hinweis bekommen, an der Strecke die farbigen Dreibeine aufzustellen, die auf einen Wildunfall hinweisen. An der B215 zwischen Eystrup und Hassel wurden eine Vielzahl von Dreibeinen postiert, um Kraftfahrern die Unfallproblematik in diesem Bereich aufzuzeigen.

Insgesamt hat die Polizei in diesem Abschnitt seit 2019 29 Wildunfälle aufgenommen, bereits fünf in diesem Jahr. Dabei wird nach Polizeiangaben noch längst nicht jeder Unfall der Polizei mitgeteilt. Manchmal werde der Jagdberechtigte selbst angerufen oder der Wildunfall bleibe unbemerkt. Das sei teilweise bei Lastwagen der Fall.

Gefahrzeichen, die vor Wildwechsel warnen, sind bereits aufgestellt, sie reichen aber offenbar nicht immer aus, um Verkehrsteilnehmer zu warnen. „In der Fahrschule wird darüber aufgeklärt, dass in Waldgebieten immer mit Wildwechsel gerechnet werden muss und man der Gefahr nur mit mäßiger Geschwindigkeit entgehen kann“, teilt die Polizei Nienburg mit.

„Die jetzt aufgestellten Dreibeine stammen noch aus der Wildunfallaktion, die 2011 im Landkreis Nienburg begonnen hat. Die Dreibeine sind mittlerweile schon recht lädiert“, erklärt Werner Müller, vom Sachgebiet Verkehr der Polizeiinspektion. „Die ursprüngliche Absicht, jeden Unfall im Landkreis mit einem solchen Merkmal abzubilden, können wir schon lange nicht mehr verwirklichen. So sind wir dazu übergegangen, uns besondere Strecken herauszusuchen, an denen wir damit für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen wollen.“

Erfahrungsgemäß findet ein Wildwechsel häufig in einer verkehrsarmen Zeit statt, also in den frühen Morgen- oder Abendstunden. Ausgeschlossen ist aber das Wechseln des Wildes auch zur Tageszeit nicht. „Bei allen Beteiligten an der Aktion besteht die Hoffnung, den einen oder anderen Wildunfall durch die erhöhte Aufmerksamkeit zu verhindern“, heißt es von der Polizei abschließend.

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Erstellt:
24. April 2021, 18:32 Uhr
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