Marnie Kronshage mit ihrer kleinen Klientin. Lebenshilfe Nienburg

Marnie Kronshage mit ihrer kleinen Klientin. Lebenshilfe Nienburg

Nienburg 17.03.2017 Von Die Harke

„Schon im frühen Alter fördern“

Lebenshilfe: Mit richtiger Unterstützung können Kinder mit Down-Syndrom ihren Weg auch allein gehen

Der 21. März ist internationaler Down-Syndrom-Tag. Das Down-Syndrom ist eine genetisch bedingte Anomalie, bei der das 21. Chromosom nicht zweimal, sondern dreimal (Trisomie) vorhanden ist. Rund einmal alle 600 Schwangerschaften kommt es zu diesem Effekt. Die [DATENBANK=336]Lebenshilfe Nienburg[/DATENBANK] fördert Kinder mit Down-Syndrom. Wie sehr das Down-Syndrom die Entwicklung eines Kindes beeinträchtige, sei individuell verschieden, weiß man bei der Frühförderung der Lebenshilfe. Und: In jedem Fall sei die richtige Förderung des Kindes entscheidend. So sorgte vor einigen Jahren eine Frau mit Trisomie 21 als Fußballerin beim [DATENBANK=53]SV Sebbenhausen/Balge[/DATENBANK] für Schlagzeilen.

„Kinder mit Down-Syndrom brauchen mehr Zeit in der gesamten Entwicklung“, sagt Heilpädagogin Marnie Kronshage. „Schon im frühen Alter können Kinder durch heilpädagogische Frühförderung unterstützt werden, um ihre Fähigkeiten zu festigen und auszubauen.“

Die Lebenshilfe Nienburg bietet im Rahmen der Flexiblen Hilfen die heilpädagogische Frühförderung an. So begleitet und unterstützt Marnie Kronshage beispielsweise seit Oktober 2015 ein Mädchen mit Down-Syndrom. Die Förderung begann nach Vollendung des ersten Lebensjahres. Zwei Stunden wöchentlich arbeitet Marnie Kronshage mit der Kleinen in den Räumen der Kindertagesstätten der Lebenshilfe. Im Zusammenspiel mit weiteren Therapeuten, etwa Krankengymnasten und Sprachtherapeuten, werde das Mädchen ganzheitlich unterstützt: Bei der Entwicklung von Sensomotorik, Sprache und Handlungskompetenz, dem Zusammenspiel von kognitiven Fähigkeiten, der Wahrnehmung und Motorik. Auch die Eltern seien eingebunden.

Das größte Ziel sei die aktive und möglichst selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Die Basis der Arbeit würden immer die individuellen Ressourcen des Kindes bilden. Und die seien eben sehr unterschiedlich. „Wir haben große Fortschritte gemacht!“, freut sich Marnie Kronshage über die Entwicklung ihrer kleinen Klientin: „Mittlerweile sitzt das Mädchen eigenständig und bahnt das Krabbeln an, daran war vor ein paar Monaten noch nicht zu denken.“

Dank umfassender Unterstützung hat die Kleine, die zurzeit noch durch die heilpädagogische Frühförderung begleitet wird, gute Chancen, eines Tages ihren Weg allein gehen zu können. Ab Vollendung des dritten Lebensjahres bekommt sie einen Platz in einem Integrationskindergarten. Damit endet die heilpädagogische Frühförderung und sie wird im Rahmen des Kindergartens weiter durch eine dortige Fachkraft unterstützt.

Das größte Ziel sei die aktive und möglichst selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dass das gelingen könne, würden viele Beispiele zeigen. Zumal Menschen mit Down-Syndrom ihren Zeitgenossen mit dem üblichen Chromosomensatz eines voraus hätten: ein im Allgemeinen offenes und freundliches Wesen. „Einfach erstmal offen auf jemanden zuzugehen und ihm oder ihr freundlich und aufgeschlossen zu begegnen, das ist ja in unserer Gesellschaft nicht unbedingt die Regel“, sagt Gabriele Friebe, unter anderem Geschäftsbereichsleiterin „Kinder, Jugend und Familie“ bei der Lebenshilfe: „Menschen mit Down-Syndrom sind zunächst mal super nette Leute.“

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Erstellt:
17. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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